Jürgen Klinsmann spricht: Lügen und zu viele Alphatiere
Aktualisiert

Jürgen Klinsmann sprichtLügen und zu viele Alphatiere

Jürgen Klinsmann hat in seinem ersten Interview nach seiner Entlassung als Bayern-Trainer zum Rundumschlag ausgeholt. Der 44-Jährige lässt kein gutes Haar an Team, Verein und Führungsetage.

Eines vorne weg: Klinsmann schoss nicht nur gegen die Bayern, sondern gestand auch selbst Fehler ein: «Ich habe mich auf Kompromisse eingelassen, die ich als Bundestrainer nie zugelassen hätte», so der ehemalige Bayern-Coach im ersten Interview nach seinem Rausschmiss auf «RTL». Doch er holte vor allem auch zum verbalen Rundumschlag aus. Ob das Kader, der Torhüter, die Stars, die Medien oder die Fühurngsetage des Rekordmeisters: Klinsmann liess kein Haar ungekrümmt an seinem ehemaligen Arbeitgeber.

«Ribéry mal auf die Bank setzen»

23 Tage nach seiner Entlassung als Bayern-Trainer wetterte Klinsi über «zu viele Alphatiere in der Führungsetage» und seine Stars: «Die Lösung kann nur sein, wenn der Spieler direkt mit dem Trainer kommuniziert. Wenn der Spieler weiss wenn ich nicht mitziehe, sitze ich halt notfalls auf der Bank. Dann muss ich auch vielleicht eine Luca Toni oder Ribéry auf die Bank setzen. Damit er diesen Lernprozess aufnimmt und versteht.» Doch auch der Verein selbst, habe ihm nicht gepasst. Zu viele seien aufs «Besitzdenken fixiert» gewesen und hätten neuen Methoden von Anfang an keine Chance gegeben.

Bayern-Bosse als Lügner?

Indirekt bezichtigte der 44-Jährige die Bayern-Bosse gar als Lügner. Er könne «natürlich nicht glauben», dass Nachfolger Jupp Heynckes bei seinem letzten Spiel als Bayern-Trainer gegen Schalke zufällig auf der Tribüne sass. Trotz all den Widrigkeiten, hätte er aber nach eigener Ansicht Erfolg haben können: «Die Meisterschaft wäre absolut machbar gewesen.» Noch am Tag der Beurlaubung hätten sich viele Spieler bei ihm gemeldet und gesagt, dass sie die Freistellung nicht verstehen können. Doch wie dem auch sei: Für Bayern München ist die Meisterschaft auch jetzt noch möglich.

(fox)

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