Aktualisiert 10.07.2015 18:54

GP von Deutschland

Lüthi pflanzt seiner Kalex ein Stück Suter ein

Bestens gelaunte Schweizer am Sachsenring: Dominique Aegerter findet seine Lockerheit wieder, Tom Lühti kramt in der Trickkiste.

von
A. Stäuble, Sachsenring
1 / 15
Sonntag, 12. Juli 2015Bester Schweizer: Tom Lüthi kann seinen Startplatz auf dem Sachsenring nicht halten und fährt als Sechster über die Ziellinie.

Sonntag, 12. Juli 2015Bester Schweizer: Tom Lüthi kann seinen Startplatz auf dem Sachsenring nicht halten und fährt als Sechster über die Ziellinie.

epa/Hendrik Schmidt
Nicht richtig auf Touren kommt Vorjahressieger Dominique Aegerter, der sich mit Rang 10 begüngen muss. Als dritter Schweizer fährt Randy Krummenacher (13.) in die Punkte.

Nicht richtig auf Touren kommt Vorjahressieger Dominique Aegerter, der sich mit Rang 10 begüngen muss. Als dritter Schweizer fährt Randy Krummenacher (13.) in die Punkte.

Jens Meyer
Der Sieg geht an den Belgier Xavier Simeon.

Der Sieg geht an den Belgier Xavier Simeon.

Robert Michael

Unzählige Male liess Dominique Aegerter sein perfektes Wochenende, das vor einem Jahr am Sachsenring, Revue passieren. In Gedanken, in Gesprächen, gegenüber den Medien sowieso. «Den Druck von mir nehmen, die sonst schon hohen Erwartungen an mich selbst in Schach halten», lautete die Devise des 24-Jährigen, der 2015 – bis auf den dritten Platz in Mugello – noch nicht auf Touren kommt.

Beflügelt von den Erinnerungen seiner Sieg-Premiere, machte Aegerter in den freien Trainings vom Freitag dort weiter, wo er vor einem Jahr aufgehört hatte: Von Beginn weg hielt er mit den Besten mit, im zweiten Turn am Nachmittag fehlten ihm 0,028 Sekunden auf die Bestzeit von Mika Kallio. «Ich war schon sehr überrascht, wie gut ich mithalten konnte», versuchte Aegerter die Euphorie mit Worten in Grenzen zu halten. Verstecken konnte er sie aber nicht. Wollte er auch nicht. «Es ist schön, wenn es so einfach geht», fügte der WM-Elfte mit einem Lachen an.

Suter und Sachsenring passt

Während Aegerter das Gefühl von 2014 hervorkramte, versuchte es Tom Lüthi mit seiner Maschine von 2014. «Wir waren mutig und haben das Motorrad schon vor dem Training umgebaut», sagte er. Seine Crew hat die Sachsenring-Daten des letzten Jahres analysiert und der Kalex sozusagen ein Stück Suter eingepflanzt. «Das, was gut funktioniert hat, tut es auch jetzt wieder. Wir haben einen Plan», versichert der 28-Jährige, «aber es liegt noch Arbeit vor uns.» Nur das Vorderrad will noch nicht so wie Lüthi.

Suter und der Sachsenring, das passt. Toni Elías gewann 2010 für Moriwaki, in den letzten vier Jahren standen in der Moto2-Klasse immer Suter-Fahrer zuoberst. Erst zweimal der spanische Überflieger Marc Márquez, 2013 Jordi Torres und dann Dominique Aegerter. Der Sachsenring ist eine von nur zwei Strecken im aktuellen WM-Kalender, auf der Kalex noch keinen Sieg in der Moto2-Klasse erringen konnte.

Lüthi wartet auf Premiere

Suter dürfte dem Chassis-Hersteller, der 23 von 31 Stammfahrern ausstattet, heuer nicht in die Quere kommen. Wilairot und Alt sind auch am Sachsenring ohne Chance. Auf der Rechnung haben muss Kalex aber Speed-up-Fahrer Sam Lowes. Der Brite hielt sowohl WM-Leader Zarco als auch Titelverteidiger Tito Rabat in Schach und realisierte die Tagesbestzeit.

Auf einen Sieg in Ostdeutschland wartet übrigens auch Lüthi. Nur in seiner Weltmeistersaison 2005 (125er) hatte er auf dem Podest gestanden (2.). Sein bestes Moto2-Ergebnis in Sachsen sind fünfte Plätze bei den Austragungen 2011 und 2012.

Kampf um Tausendstel

Die beiden Schweizer wollen sich am Samstag eine gute Ausgangslage erarbeiten, um die Durststrecke von Kalex zu beenden. Es wird ein Kampf um Hundertstel, Tausendstel. 24 Fahrer haben sich am Freitag innerhalb einer Sekunde klassiert und einmal mehr unter Beweis gestellt, wie umkämpft die mittlere Klasse ist.

«Ich muss schauen, dass ich irgendwie in die erste oder zweite Startreihe komme», formulierte Lüthi das Ziel aller, die Ambitionen auf einen Spitzenplatz hegen. Auch sein wieder erstarkter Teamkollege will bei der Startplatz-Vergabe ein Wörtchen mitreden. «Reihe eins oder zwei», lautet Aegerters Vorgabe.

Krummenacher erst hinter, dann vor Lüthi

Nicht ausser Acht gelassen werden darf das Trainingsresultat Randy Krummenachers. Im Windschatten Lüthis konnte der Zürcher zwischenzeitlich die Führung an sich reissen und auf den ganzen Tag gesehen den neunten Platz herausfahren. Noch vor Lüthi, der die kombinierten Zeiten betrachtet, den zehnten Rang belegte.

Sachsenring. GP von Deutschland. Erster Trainingstag (kombinierte Zeiten). MotoGP:

1. Marc Márquez (Sp), Honda, 1:21,621 (161,9 km/h).

2. Bradley Smith (Gb), Yamaha, 0,119 Sekunden zurück.

3. Andrea Iannone (It), Ducati, 0,203.

4. Jorge Lorenzo (Sp), Yamaha, 0,265.

5. Dani Pedrosa (Sp), Honda, 0,268.

Ferner:

7. Valentino Rossi (It), Yamaha, 0,481. - 25 Fahrer im Training.

Moto2:

1. Sam Lowes (Gb), Speed Up, 1:25,027 (155,4 km/h).

2. Takaaki Nakagami (Jap), Kalex, 0,040.

3. Mika Kallio (Fi), Kalex, 0,042.

4. Dominique Aegerter (Sz), Kalex, 0,070.

Ferner:

9. Randy Krummenacher (Sz), Kalex, 0,187.

10. Tom Lüthi (Sz), Kalex, 0,239.

27. Robin Mulhauser (Sz), Kalex, 1,481.

29. Jesko Raffin (Sz), Kalex, 2,663. - 30 Fahrer im Training.

Moto3:

1. Danny Kent (Gb), Honda, 1:26,937 (152,0 km/h).

2. Niccolo Antonelli (It), Honda, 0,678.

3. Alexis Masbou (Fr), Honda, 0,721. - 36 Fahrer im Training.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.