Neue Moto2-Klasse: Lüthis Teamchef: «Lug und Betrug»
Aktualisiert

Neue Moto2-KlasseLüthis Teamchef: «Lug und Betrug»

Die neue Moto2-Klasse sorgt in der Motorrad-WM für grossen Ärger - und verstimmt auch Multimillionär Daniel Epp gewaltig. Nun herrscht dicke Luft im Fahrerlager der Töff-WM.

Seit fest steht, dass der 600-ccm-Einheitsmotor in der ab 2010 neu «Moto2» heissenden Kategorie von Honda hergestellt wird, kracht es im Gebälk des Zweirad-Zirkus. Tom Lüthis Teamchef Daniel Epp zeigt sich wegen der (vorschnellen) Einführung der 250-ccm-Nachfolgeklasse sehr verstimmt.

Epp, der auch Manager von Tom Lüthi (250 ccm) und Sandro Cortese (De/125 ccm) ist, bekundet grosse Mühe mit dem eigenmächtigen Vorgehen der Verantwortlichen der Vermarktungsagentur Dorna (Rechteinhaberin der Strassen-WM) und des Motorrad-Weltverbandes FIM. «Vor einem Jahr wurde uns versprochen, dass die 250-ccm-Klasse mit den Zweitaktmotoren bis Ende 2010 beibehalten und erst danach durch 600-ccm-Viertaktmotoren ersetzt wird. Nun wurde uns beschieden, dass nächstes Jahr eine Mischklasse aus 250er- und 600er-Motorrädern geführt wird und die neuen Töffs über einen Einheitsmotor verfügen.»

Mehr Zirkus, denn Weltmeisterschaft

Das Ganze sei eher ein Zirkus, denn eine Weltmeisterschaft, sagt der 50-jährige Basler, dessen Emmi Caffè Latte Team über ein Budget von mehr als fünf Millionen Franken verfügt. In seiner Verärgerung spricht Epp sogar von «Lug und Betrug» der Entscheidungsträger Carmelo Ezpeleta (Dorna-Chef) und Vito Ippolito (FIM-Präsident).

Gibt Epp sein Team ab?

Epp stellt auch seine Zukunft als Teambesitzer in Frage: «Als Teambesitzer habe ich wahnsinnig Mühe, wie mit uns umgegangen wird und wie kurzfristig weitreichende Entscheide gefällt werden. Die Möglichkeit ist gross, dass ich künftig kein Team mehr führe.» Die Missstimmung im Fahrerlager sei gross, sagt Epp. «Doch die meisten Teamchefs wagen es nicht, ihre Meinung offen zu sagen. Ich bin glücklicherweise nicht von diesem Sport abhängig», so der Multimillionär Epp. (si)

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