Luftfahrtschef Cron bleibt trotz Verurteilung im Amt
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Luftfahrtschef Cron bleibt trotz Verurteilung im Amt

Das Basler Strafgericht hat BAZL-Direktor Raymond Cron heute zu einer bedingten Geldstrafe von 260 Tagessätzen zu 290 Franken verurteilt. Die Probezeit beträgt zwei Jahre.

Crons Verteidiger hatte vergeblich auf Freispruch plädiert.

Auch nach seiner Verurteilung durch das Basler Strafgericht geniesst Raymond Cron weiterhin das Vertrauen seines Chefs: Bundesrat Moritz Leuenberger belässt Cron in seinem Amt als Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL).

«Wer für einen Fehler gebüsst hat, wie es das Gesetz vorsieht, soll dafür nicht ein zweites Mal an seinem Arbeitsplatz gebüsst werden», sagte Leuenberger am Freitag gemäss einem Communiqué des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

Das öffentliche Verfahren, das Cron als Angeklagten in den Mittelpunkt stellte, bedeutete als solches eine weitere Belastung für ihn.

Das Urteil bestätige, was Cron selber schon öffentlich gesagt habe: «Er hat an seinem früheren Arbeitsplatz in der Privatwirtschaft einen Fehler gemacht. Für diesen Fehler ist er nun bestraft worden», sagte Leuenberger.

Cron habe in den letzen drei Jahren als BAZL-Direktor sehr gute Arbeit geleistet und dieses Bundesamt erfolgreich reorganisiert, sagte Leuenberger. Das werde auch allgemein anerkannt. «Er hat deswegen mein Vertrauen und bleibt im Amt». Der Bundesrat sei über diesen Entscheid bereits informiert.

Das Basler Strafgericht hatte Cron kurz zuvor zu einer bedingten Geldstrafe von 260 Tagessätzen zu 290 Franken verurteilt. Er wurde wegen mehrfacher Veruntreuung, mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung und mehrfacher Urkundenfälschung schuldig gesprochen.

Verantworten musste sich Cron wegen unbewilligter Boni an Mitarbeiter bei seinem früheren Arbeitgeber Batigroup. Dort war Cron als Spartenleiter für den Bau des Basler Messeturms verantwortlich gewesen.

(sda)

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