Flughafen Frankfurt: Lufthansa-Piloten starten 15-Stunden-Streik

Aktualisiert

Flughafen FrankfurtLufthansa-Piloten starten 15-Stunden-Streik

Bis 23 Uhr legen die Lufthansa-Piloten am Flughafen Frankfurt ihre Arbeit nieder. Viele Flüge nach Nordamerika fallen deshalb aus.

Mit einem Sonderflugplan sollen trotz des Streiks mehr als die Hälfte der Interkontinentalflüge stattfinden.

Mit einem Sonderflugplan sollen trotz des Streiks mehr als die Hälfte der Interkontinentalflüge stattfinden.

Piloten der Lufthansa sind am Dienstagmorgen am Frankfurter Flughafen in einen 15-stündigen Streik getreten. Zwischen 8.00 und 23.00 Uhr sollen Langstreckenflüge der deutschen Swiss-Mutter bestreikt werden.

Die Lufthansa wollte jedoch mit einem Sonderflugplan dafür sorgen, dass mehr als die Hälfte der geplanten Interkontinentalflüge im Streikzeitraum stattfinden können. «Wir sind zuversichtlich, dass wir unseren Sonderflugplan durchführen können», sagte ein Airline-Sprecher am Morgen. Es bleibe bei den 25 schon am Montag abgesagten Flügen, viele davon nach Nordamerika.

Ruhige Lage am Flughafen

Die Lage am Flughafen sei sehr ruhig, sagte Markus Wahl von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. «Das ist aber auch gut, denn wir wollen nicht die Passagiere treffen, sondern unseren Arbeitgeber.» Von gestrandeten Reisenden war in der Abflughalle A zunächst nichts zu sehen, dafür hatten zahlreiche Medienvertreter ihre Kameras aufgebaut.

Flüge über das Münchener Lufthansa-Drehkreuz sind nach Angaben des Konzerns nicht von dem Streik betroffen, auch Flüge von und nach Düsseldorf und der Lufthansa Kurz- und Mittelstreckenverkehr sollen planmässig stattfinden. Die Flüge der Swiss sowie jene der übrigen Konzerngesellschaften Austrian, Germanwings, Brussels Airlines und Air Dolomiti finden gemäss Lufthansa ebenfalls planmässig statt.

Streit um Konditionen der Frühpensionierung

Die 5400 Lufthansa-Piloten pochen auf die Beibehaltung ihrer betriebsinternen Frührente. Die Lufthansa kündigte den entsprechenden Tarifvertrag Ende vorigen Jahres. Zudem kämpfen die Piloten gegen eine Ausweitung des Billigangebots der Fluggesellschaft.

Auch bei der Air France haben Piloten deshalb in den vergangenen Wochen gestreikt und am letzten Sonntag erreicht, dass die Fluggesellschaft ihre Pläne für einen Ausbau der Billigtochter Transavia auf Eis legte.

Bei der Swiss hat sich der Kampf um die Arbeitsbedingungen ebenfalls zugespitzt. Vergangene Woche hat die Swiss den Gesamtarbeitsvertrag mit der Langstrecken-Pilotengewerkschaft Aeropers gekündigt. Aeropers klagte daraufhin auf Vertragsbruch, weil die Swiss neue Langstreckenflugzeuge künftig auch von Regionalpiloten fliegen lassen will. (sda)

Lufthansa-Chef bittet streikgeplagte Kunden um Verständnis

Im längsten Streik der Lufthansa-Geschichte hat Unternehmenschef Carsten Spohr die Kunden um Verständnis gebeten. Er begründete die unnachgiebige Haltung gegen die Pilotenforderungen mit der Verantwortung für das gesamte Unternehmen mit seinen 120'000 Mitarbeitern.

Es gehe darum, auch künftig Qualität bieten und Investitionen tätigen zu können, erklärte Spohr in einer am Dienstag verbreiteten Videobotschaft. «Wir wollen auch in Zukunft die besten Mitarbeiter der Branche an uns binden, fair behandeln, fair bezahlen.»

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