16.10.2020 18:23

HamburgLufthansa soll Lukaschenkos Flugzeug flicken

Am Flughafen Fuhlsbüttel in Hamburg steht offenbar das Flugzeug des belarusischen Diktators Alexander Lukaschenko. Es soll hier gewartet werden. Die Gewerkschaft Verdi will das verhindern.

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Eine Boeing 737, die dem weissrussischen Herrscher Alexander Lukaschenko gehören soll, steht offenbar in Hamburg zur Wartung durch die Lufthansa. 

Eine Boeing 737, die dem weissrussischen Herrscher Alexander Lukaschenko gehören soll, steht offenbar in Hamburg zur Wartung durch die Lufthansa.

Screenshot Youtube
Dagegen wehrt sich die Gewerkschaft Verdi: «Während wir sein Flugzeug warten, lässt Lukaschenko Arbeiter*innen verprügeln», heisst es … 

Dagegen wehrt sich die Gewerkschaft Verdi: «Während wir sein Flugzeug warten, lässt Lukaschenko Arbeiter*innen verprügeln», heisst es …

via REUTERS
… in einem Flugblatt, das unter der Belegschaft der Lufthansa Technik zirkuliert. 

… in einem Flugblatt, das unter der Belegschaft der Lufthansa Technik zirkuliert.

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Darum gehts

  • Eine Maschine des weissrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko soll in Hamburg stehen.

  • Offenbar sollen Wartungsarbeiten vorgenommen werden.

  • Die Gewerkschaft Verdi will dies verhindern und ruft zur Arbeitsverweigerung auf.

  • «Während wir sein Flugzeug warten, lässt Lukaschenko Arbeiter*innen verprügeln», so ein Flugblatt.

Seit Dienstag stehe das Flugzeug von Alexander Lukaschenko am Flughafen Fuhlsüttel in Hamburg, schreibt die «Bild»-Zeitung. Die Maschine des autoritär regierenden Herrschers von Belarus/Weissrussland, eine Boeing 737, soll hier offenbar gewartet werden.

Dagegen wehrt sich nun die Gewerkschaft Verdi. «Während wir sein Flugzeug warten, lässt Lukaschenko Arbeiter*innen verprügeln», heisst es auf einem Flugblatt, das unter der Belegschaft der Lufthansa Technik zirkuliert (siehe Bildstrecke). Und weiter: «Vor fast 31 Jahren hatten wir eine sehr ähnliche Situation. Rumäniens Staatsoberhaupt Ceausescu liess Proteste von Arbeiter*innen niederschlagen, während wir sein Flugzeug reparieren sollten. Gemeinsam legten wir damals die Schraubenschlüssel nieder, um gegen dieses Vorgehen zu protestieren.»

Schon früher in Hamburg gewartet

Lufthansa Technik bestätigte gegenüber der «Bild», dass «ein Flugzeug von einer weissrussischen Airline» in Hamburg stehe, das «wohl von der Regierung genutzt wird». Lukaschenkos Maschine sei allerdings schon früher hier gewartet worden.

Bei der Lufthansa selbst nachgefragt, sagte die Airline der deutschen Boulevardzeitung: «Zu den Grundsätzen der Lufthansa Technik gehört die strikte Einhaltung nationaler und internationaler länder- und personenbezogener Sanktionsvorschriften. Abgeschlossene Verträge, die allen gesetzlichen Vorgaben entsprechen, setzen wir vertragsgemäss um.»

Sprich: Solange es keine Sanktionen gegen Lukaschenko gibt, ist eine Wartung seiner Maschine kein Problem. Der Widerstand in der Belegschaft wird gemäss «Bild» auf die Wartungsarbeiten keinen Einfluss haben, alle Arbeiten verliefen planmässig. Offenbar soll der Flieger noch einige Wochen in Hamburg bleiben, bevor alle Arbeiten abgeschlossen sind.

Gegen 40 Personen

Schweiz erweitert Sanktionen

Die Schweiz verhängt über vierzig weitere ehemalige und aktuelle Amtsträger in Belarus (Weissrussland) Finanz- und Reisesanktionen. Das teilte das Wirtschaftsdepartement (WBF) am Dienstag mit. Unter den Betroffenen ist beispielsweise Innenminister Juri Karajew.

Der Bund passte die Personenliste im Anhang der Verordnung über Massnahmen gegenüber Belarus an, welche seit Mitte 2006 in Kraft ist. Damit schliesst sich die Schweiz den Sanktionsmassnahmen an, welche die Europäische Union gegen das Land verhängt hat.

Die ursprünglichen Massnahmen waren aufgrund der Missachtung rechtsstaatlicher Prinzipien bei den Präsidentschaftswahlen vom März 2006 sowie schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen erlassen worden. Sie umfassen unter anderem Finanzsanktionen wie die Sperre von Vermögenswerten und Ein- und Durchreiseverbote. (SDA)

(gux)

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26 Kommentare
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L-Leser

17.10.2020, 14:26

Mann, das L hab ich doch glatt überlesen!

rpm

17.10.2020, 10:39

Das abgebildete Flugzeug muss eine B777 sein, eine B737 wie im Text erwähnt hat im Hauptfahrwerk nur 4 Räder (2x2)!

Jazz

17.10.2020, 08:53

Mache Leute würden das Flugzeug auf dem Bild auch 767 nennen