Sparübung: Lufthansa soll weltweit 3000 Stellen streichen
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SparübungLufthansa soll weltweit 3000 Stellen streichen

Die Lufthansa will einen drastischen Sparkurs einschlagen und dabei das Ergebnis im Passagiergeschäft um fast eine Milliarde Euro jährlich verbessern. Auch die Swiss könnte betroffen sein.

von
whr
Ein Lufthansa-Sprecher sagte, der Konzern habe immer darauf verwiesen, dass im Rahmen des Sparprogramms Score ein Stellenabbau nicht ausgeschlossen werde. Wieweit die Swiss davon betroffen ist, bleibt derzeit unklar.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte, der Konzern habe immer darauf verwiesen, dass im Rahmen des Sparprogramms Score ein Stellenabbau nicht ausgeschlossen werde. Wieweit die Swiss davon betroffen ist, bleibt derzeit unklar.

Die Lufthansa will offenbar weltweit rund 3000 Jobs streichen. Allein in Frankfurt sollen rund 1500 Stellen in der Verwaltung abgebaut werden, wie die «Bild»-Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf ein internes Vorstandskonzept berichtete. Die verbliebenen Mitarbeiter sollen zu deutlich schlechteren Konditionen in einer neuen Gesellschaft namens «Global Business Services» zusammengeführt werden, hiess es weiter. Der Betriebsrat der Fluglinie sei bislang nicht über die Pläne informiert worden.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dapd, der Konzern habe immer darauf verwiesen, dass im Rahmen des Sparprogramms Score ein Stellenabbau nicht ausgeschlossen werde. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befinde man sich aber noch in der Evaluierungsphase. Die von der Zeitung genannten Zahlen könne die Lufthansa daher nicht bestätigen.

Bei der Swiss werden die Kosten überprüft

Spurlos wird das Lufthansa-Sparprogramm an der Swiss nicht vorbeigehen: Auch am Standort Schweiz und bei der Swiss werden die Kosten überprüft. Die Schweiz sei ein relativ teurer Standort, hatte Lufthansa-Chef Christoph Franz Ende März in der «SonntagsZeitung» gesagt.

«Wir werden uns daher überlegen müssen, in welchem Umfang und wo wir es uns noch leisten können, personalintensive Leistungen zu erbringen», sagte Franz. In Deutschland würden Jobs wegfallen, in der Schweiz sei es Sache der Swiss, Massnahmen vorzuschlagen. Ziel sei letztlich, das Volumen im Konzern zu bündeln.

Swiss will 100 Millionen einsparen

Am geplanten Flottenausbau und -ersatz will die Swiss dennoch festhalten. Swiss-Sprecherin Susanne Mühlemann sagte auf Anfrage denn auch, dass auch die Swiss Ertragssteigerungsmassnahmen erarbeite. Swiss-CEO Harry Hohmeister hatte im März in der «NZZ am Sonntag» angekündigt, 100 Millionen Franken einsparen zu wollen.

Auf der Kostenseite sollte dieser Betrag bis 2015 mit einem Einstellungsstopp in der Administration und Strukturüberprüfungen erreicht werden und auf der Einnahmeseite mit Effizienzsteigerungen bei der Flotte. Um die hohen Kerosinpreise zu kompensieren, zieht Hohmeister Aufschläge von 15 bis 20 Franken auf Ticketpreisen für Europaflüge in Betracht.

(whr/sda/dapd)

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