02.09.2015 09:10

Gladbach-Krise

Luftveränderung zur rechten Zeit für Xhaka

Drei Spiele, null Punkte. Gladbach hat in der Bundesliga einen historischen Fehlstart hingelegt. Mit der Nati will Granit Xhaka zurück auf die Erfolgsstrasse.

von
ete

Granit Xhaka spricht über die Ausgangslage im Spiel gegen Slowenien und spezielle Erinnerungen an England. (Video: 20 Minuten)

«Wir haben uns den Saisonstart sicher anders vorgestellt», sagt Granit Xhaka am Dienstag nach dem Training auf dem Sportplatz Chrummen in Freienbach. So wolkenverhangen wie der Himmel, so düster ist der Gesichtsausdruck des Baslers bei der Erinnerung an den Saisonstart der Fohlen. Noch nie in der Clubgeschichte ist Gladbach so schlecht in eine Saison gestartet. Das Wort Krise will Xhaka nicht gelten lassen. «Es wäre falsch, wenn wir jetzt schon von einer Krise sprechen würden. Es sind doch erst drei Runden gespielt», so der 36-fache Internationale. Zudem: Wirklich schlecht habe man nur beim 0:4 in Dortmund gespielt. Xhaka ist überzeugt, dass Gladbach bald wieder zum Erfolg zurückfinden wird.

Die Länderspielspiel-Pause und Luftveränderung kommt für den Ex-Bebbi gerade zur rechten Zeit. Xhaka: «Es ist immer gut, wenn man Abwechslung hat, neue Gesichter sieht, einen neuen Trainer erlebt und mit neuer Motivation zum Club zurückkehren kann.» Aber als er das sagt, wirkt er nicht so locker und aufgestellt wie gewohnt. Eine ungerechtfertigte Ampelkarte beim 1:2 gegen Bremen am Wochenende drückt zusätzlich aufs Gemüt.

Neues Selbstvertrauen tanken

Für die Meisterschaft Schwung holen und damit auch Selbstvertrauen tanken, könnte der 22-Jährige mit einer guten Leistung gegen Slowenien. Ein Sieg für die Schweiz mit einer 2-Tore-Differenz wäre mehr als die halbe Miete für die EM-Endrunde. «Wir spielen das vierte Mal gegen Slowenien und haben, obwohl wir das letzte Spiel verloren, immer gut gegen sie ausgesehen. Wir haben im Hinspiel einfach die Tore nicht gemacht. Wir haben sicher im Hinterkopf, dass wir die Reise an die EM fast auf sicher haben, wenn wir mit zwei Toren Unterschied gewinnen. Dafür müssen wir am Samstag ans Maximum gehen, füreinander laufen und kämpfen», sagt Xhaka.

Und dann, nur drei Tage später, kehrt Xhaka mit der Nati an jene Stätte zurück, an der er im Juni 2011 unter Ottmar Hitzfeld sein Nati-Debüt gab: ins Wembley. Das 2:2 gegen die «Three Lions» am 4. Juni 2011 war ein Achtungserfolg. Hitzfeld hatte nach den Rücktritten von Alex Frei und Marco Streller mitten in einer Kampagne einen Umbruch vollzogen und mit Xhaka, Xherdan Shaqiri, Admir Mehmedi und Innocent Emeghara gleich vier Neulinge ins kalte Wasser geworfen. Mit nachhaltigem Erfolg.

«England ist sicher ein anderes Kaliber, und man hätte den falschen Job, wenn man sich da nicht motivieren könnte. Ich freue mich sehr darauf», sagt der Basler – und da sind sie wieder, die Lust und der Kampfgeist, die man vom Gladbacher gewohnt ist.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.