Globalisierung: Luftverschmutzung aus China erreicht die USA
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GlobalisierungLuftverschmutzung aus China erreicht die USA

Der Westen hat seine industrielle Produktion und damit einen guten Teil seiner Umweltsünden nach China verlagert. Doch nun kehrt der Smog in die USA zurück.

von
lmm
Luftverschmutzung über die Grenzen hinweg: Ein Kraftwerk der chemischen Industrie in Shekou bei Shenzhen in China.

Luftverschmutzung über die Grenzen hinweg: Ein Kraftwerk der chemischen Industrie in Shekou bei Shenzhen in China.

Die Umweltverschmutzung durch die chinesische Industrie verschlechtert die Luftqualität an der US-Westküste. Das zeigt eine interdisziplinäre Studie von britischen, chinesischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern. Sie untersuchten die Auswirkungen der Verlagerung der Produktion aus den USA nach China, unter ökonomischen wie ökologischen Aspekten.

Die Studie zeige, dass «ein bedeutender Anteil an Chinas Luftverschmutzung mit Produkten verbunden ist, die wir in den USA kaufen und benutzen», sagte Experte Alex L. Wang gegenüber der «New York Times». So ist der Export von Gütern in die USA unter anderem für 7,4 Prozent des Schwefeldioxid- und 4,6 Prozent des Kohlenmonoxid-Ausstosses in China verantwortlich.

Aber nicht nur die Luft in China wird dadurch schlechter: Wie die Studie zeigt, bringen starke Winde die Luftverschmutzung von China bis nach Kalifornien. Darin enthalten sind Staub, Ozon und Russpartikel, die zu Krankheiten führen können. Die dichter besiedelte US-Ostküste ist davon allerdings kaum betroffen. Unter dem Strich geht die Rechnung aus Sicht der USA darum immer noch auf: So sind die Gesundheitsrisiken in den USA immer noch kleiner, als wenn die ganze industrielle Produktion im eigenen Land durchgeführt würde.

Westen verlagert CO2-Ausstoss

Schon im Dezember kam ein vorläufiger Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) laut «Guardian» zum Schluss, dass der reiche Westen seinen CO2-Ausstoss nach China und in Entwicklungsländer verlagert, wo zum Beispiel Smartphones, billige Kleider und andere Güter hergestellt werden.

Das IPCC geht davon aus, dass der Ausstoss an CO2 und anderen Treibhausgasen in den ersten zehn Jahren des neuen Jahrtausends doppelt so schnell gewachsen ist wie in den letzten drei Jahrzehnten. Grund sei die Kohleverbrennung, mit der China und andere Länder Produkte für den westlichen Markt produzieren.

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