Aktualisiert 06.04.2015 11:09

Kenias Vergeltung

Luftwaffe bombardiert Lager der Al-Shabaab

Nach dem blutigen Anschlag auf eine Universität in der Stadt Garissa hat die kenianische Armee Stellungen der Al-Shabbab-Miliz angegriffen. Ob es Tote gab, ist ungewiss.

1 / 8
Die 19-jährige Cynthia Cheroitich überlebte das Gemetzel am Donnerstag, weil sie sich in einem grossen Schrank unter Kleidung verbarg, wie sie nach ihrer Rettung der Nachrichtenagentur AP sagte.

Die 19-jährige Cynthia Cheroitich überlebte das Gemetzel am Donnerstag, weil sie sich in einem grossen Schrank unter Kleidung verbarg, wie sie nach ihrer Rettung der Nachrichtenagentur AP sagte.

Keystone/AP/Christopher Torchia
Die kenianische Polizei hat am 4. April 2015 laut mehreren Medienberichten fünf Verdächtige festgenommen.

Die kenianische Polizei hat am 4. April 2015 laut mehreren Medienberichten fünf Verdächtige festgenommen.

Keystone/dai Kurokawa
Sie gehören zur Al-Shabaab-Miliz, die am 2. April eine Universität an.

Sie gehören zur Al-Shabaab-Miliz, die am 2. April eine Universität an.

AFP/Anthony Makokha

Die kenianische Luftwaffe hat am Sonntag zwei Lager der radikal-islamischen Al-Shabaab-Miliz in Somalia bombardiert. Kampfjets hätten die Stellungen in Gondodowe und Ismail an der Grenze zu Kenia angegriffen, verlautete am Montag aus kenianischen Militärkreisen.

Wie gross der Schaden sei und ob es Tote gebe, lasse sich wegen des bedeckten Himmels nur schwer abschätzen. Das Militär habe Informationen, dass Al-Shabaab von diesen beiden Lagern aus Ziele in Kenia angreifen wollte.

Die Bombardierung war der erste grössere Angriff auf die Extremisten, seit diese am Donnerstag an der Universität im kenianischen Garissa ein Massaker angerichtet hatte. Fast 150 Menschen wurden getötet, die meisten von ihnen waren christliche Studenten. Garissa liegt rund 200 Kilometer von der Grenze zu Somalia entfernt.

Mehr als 400 Tote

Die Al-Shabaab-Miliz hat wiederholt Ziele in Kenia attackiert. Nach eigener Darstellung will sie Vergeltung für den Einsatz kenianischer Soldaten im Nachbarland Somalia üben und Rache für die angeblich schlechte Behandlung von Muslimen in Kenia nehmen.

Kenia versucht auch mit Militäreinsätzen in Somalia das Einsickern von Extremisten über die durchlässige Grenze zu unterbinden. Seit April 2013 hat Al-Shabaab mehr als 400 Menschen in Kenia bei Anschlägen getötet. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.