Jemen: Luftwaffe bombardiert Rebellen
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JemenLuftwaffe bombardiert Rebellen

Jemen steht am Rande eines Bürgerkriegs. Die Luftwaffe fliegt Angriffe gegen die Rebellen und bei der Explosion eines Waffendepots in der Hauptstadt Sanaa sind dutzende Menschen ums Leben gekommen.

Rauch über der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

Rauch über der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

Die jemenitische Luftwaffe hat am Freitag einem Fernsehbericht zufolge Angriffe gegen aufständische Stammeskämpfer geflogen und dabei drei von ihnen getötet. Stammesführer Scheich Ali Saif sagte, der Angriff habe sich ereignet, als seine Männer am Freitag nordöstlich der Hauptstadt Sanaa ein Lager der Republikanischen Garde umstellt hätten.

Sein Stamm habe versucht, ein Eingreifen der Soldaten in die Kämpfe zwischen Truppen von Präsident Ali Abdullah Saleh und Stammesangehörigen, die den Volksaufstand unterstützen, zu verhindern, sagte Saif. Das jemenitische Staatsfernsehen warnte die Einwohner der umkämpften Stadtviertel Sanaas davor, ihre Häuser zu verlassen.

Zuvor hatte eine Rebellengruppe erklärt, sie habe aus einem Gebiet rund 100 Kilometer von der Hauptstadt entfernt die Republikanischen Garden von Präsident Ali Abdullah Saleh vertrieben.

Opposition ruft erneut zu Massenprotesten auf

Die jüngsten Kämpfe entbrannten, als Kämpfer des Al-Ahmar-Clans im Norden Sanaas versuchten, Regierungsgebäude zu stürmen. Präsident Saleh hatte sich zuvor erneut geweigert, ein Abkommen zu unterzeichnen, das seinen Rücktritt binnen eines Monats vorsieht.

Bei den Kämpfen zwischen regierungstreuen Truppen und Kämpfern des Stammesscheichs Sadik al-Ahmar im Stadtteil Hasaba im Zentrum der Hauptstadt wurden seit Montag an die 100 Menschen getötet. Zahlreiche Bewohner flohen vor den Kämpfen.

Trotz der Kämpfe in Sanaa rief die Opposition für den heutigen Freitag zu neuen Massenprotesten gegen Saleh auf. Zugleich bekräftigten Salehs Gegner ihre Entschlossenheit, den Rahmen friedlicher Demonstrationen nicht zu verlassen. Auch Saleh mobilisierte seine Anhänger zu einer Kundgebung beim Präsidentenpalast.

Tote bei Explosion eines Waffendepots

In der Nacht auf Donnerstag waren in der Hauptstadt Sanaa bei Gefechten zwischen Anhängern der Staatsführung und Stammeskriegern 24 Menschen getötet. 28 weitere Menschen starben bei der Explosion eines Waffendepots.

Das jemenitische Verteidigungsministerium teilte mit, das Munitionsdepot, bei dessen Explosion 28 Menschen starben, gehöre dem Bruder von Scheikh Sadek al-Ahmar, Hamid al-Ahmar. Dieser ist Geschäftsmann und Vorsitzender der grössten Oppositionspartei. Es blieb unklar, wann genau und unter welchen Umständen sich die Explosion ereignete.

Al-Ahmar hatte sich im März von Saleh losgesagt und auf die Seite der Regierungskritiker geschlagen. Diese fordern seit Ende Januar den Rückzug des Präsidenten.

Am Rande eines Bürgerkriegs

Der Jemen steht am Rande eines Bürgerkriegs. Die USA forderten das nicht-diplomatische Botschaftspersonal und Familienangehörige zum Verlassen des Landes auf. US-Aussenministerin Clinton rief zu einem sofortigen Ende der Kämpfe auf und drängte Saleh zum wiederholten Mal zum Amtsverzicht.

Die USA befürchten, dass ein Zusammenbruch des ohnehin schon finanziell angeschlagenen jemenitischen Staates die Sicherheit in der Region untergraben und auf den weltgrössten Erdöl-Exporteur Saudi-Arabien übergreifen könnte. (sda/dapd)

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