Aktualisiert 28.07.2004 13:21

Lugano-Agno: Wieder offen für alle

Der Flughafen Lugano-Agno kann grundsätzlich wieder von allen Flugzeugtypen angeflogen werden. Das BAZL hat am Mittwoch ein neues Anflugverfahren bewilligt, das einen weniger steilen Sinkflug ermöglicht.

Gleichzeitig wurde der Fluggesellschaft Darwin die Betriebsbewilligung erteilt.

Die Genehmigung des neuen Anflugverfahrens und der dazugehörigen Änderung der Betriebsbewilligung ist der vorerst letzte Schritt in der Kontroverse um die Anflüge auf Lugano-Agno, die letztlich auch zum Rücktritt von Andre Auer, dem damaligen Chef des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL), führte. Das BAZL hatte im vergangenen Herbst die bis dahin tolerierten Steilanflüge auf bestimmte Flugzeugtypen eingeschränkt, da es diese nach einer Überprüfung als zu risikoreich taxierte. Den davon betroffenen Fluggesellschaften Swiss und Jet Aviation wurde aber in der Folge eine Ausnahmebewilligung erteilt, um in einem ausserordentlichen Verfahren Lugano trotzdem anfliegen zu können.

Dieses Verfahren hat das BAZL nun auf Gesuch des Flughafens mit leichten Änderungen auf sämtliche Flugzeugtypen ausgedehnt, die Instrumentenanflüge durchführen können. Ab dem kommenden 5. August können damit auch wieder Flugzeuge in Lugano landen, die für einen Sinkflug von weniger als sechs Grad zertifiziert sind.

Beim neu zugelassenen, so genannten Circling-Verfahren handelt es sich um eine Kombination zwischen Sicht- und Instrumentenanflugverfahren, das mit einer Reihe von Sicherheitsmassnahmen behaftet ist. In einer ersten Phase erfolgt der Anflug dabei von Süden her gegen die mit einem Instrumentensystem ausgerüstete, nach Norden zeigende Piste. In der zweiten Phase müssen die Flugzeuge eine Kurve drehen und im Sichtanflugverfahren auf der Piste in Richtung Süden landen. Als Mindestsichtweite wurden dabei 5.000 Meter festgelegt. Das Verfahren darf zudem nur von Piloten benutzt werden, die speziell für den Anflug auf Lugano geschult wurden. Sie müssen sich im Voraus beim Flughafen anmelden, damit ihre Qualifikationen überprüft werden können.

Fluggesellschaft Darwin kann abheben

Gleichzeitig mit dem neuen Anflugverfahren hat das BAZL auch der in Lugano stationierten Fluggesellschaft Darwin die Betriebsbewilligung erteilt. Vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation erhielt Darwin eine Konzession zur Bedienung der Flugstrecke Lugano-Genf. Laut BAZL-Sprecherin Celestine Perissinotto will Darwin dafür eine Saab-Maschine benutzen, die für einen Sinkflug von nur 5,5 Grad zertifiziert ist. Sie wird deshalb vom neuen System profitieren können. (dapd)

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