Lugano: Brandanschlag auf Synagoge
Aktualisiert

Lugano: Brandanschlag auf Synagoge

Auf die Synagoge von Lugano sowie auf ein Stoff- und Kleidergeschäft sind in der Nacht zum Montag höchstwahrscheinlich Brandanschläge verübt worden.

In der selben Nacht brannte es auch in einer Wohnung in Castagnola, wie die Tessiner Polizei mitteilte. Die Brände seien fast sicher mutwillig gelegt worden.

Das Feuer in der Synagoge von Lugano war der Polizei um 23.45 Uhr gemeldet worden. Der Brand breitete sich laut Mauro Gianinazzi, Feuerwehrkommandant von Lugano, in der Bibliothek an der Rückseite der Synagoge explosionsartig aus und richtete sehr grossen Schaden an. Ein Nachbar, der neben der Synagoge wohnt, berichtete, dass er die Feuerwehr benachrichtigt habe, nachdem er eine Explosion gehört und die Flammen gesehen habe. Elio Bollag, Präsident der jüdischen Gemeinde von Lugano, zeigte sich absolut entsetzt über den Anschlag, der für ihn völlig überraschend und unerwartet gekommen sei. Die Polizei hat Untersuchung eingeleitet.

Wie die Tessiner Polizei weiter bekannt gab, brach um 23.50 Uhr in der Luganeser Nachbargemeinde Castagnola in einer Wohnung ein Feuer aus. Nähere Angaben dazu machte sie vorerst nicht. Um 00.45 Uhr brannte es zudem in einem Luganeser Stoff- und Kleidergeschäft, das weniger als einen Kilometer von der Synagoge entfernt liegt. Auch dort griffen die Flammen vom Magazin aus sehr rasch auf das ganze Geschäft über. Die Besitzerfamilie vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Feuer in der Synagoge und ihrem Kleidergeschäft. Sie seien Mitglieder der jüdischen Gemeinde von Lugano, sagte die Frau der Besitzerfamilie, die nicht namentlich genannt werden wollte. Die Anschläge seien völlig überraschend gekommen, weil es keine Vorwarnungen oder Drohungen gegeben habe.

Auf Grund der Art der Brände ist die Polizei gemäss ihren Angaben fast sicher, dass die Feuer mutwillig gelegt worden seien. Einige der betroffenen Gebäude seien gewaltsam aufgebrochen worden.

(sda)

Deine Meinung