National League A: Lugano katapultiert Bern unter den Strich
Aktualisiert

National League ALugano katapultiert Bern unter den Strich

Der HC Lugano schickt Bern mit einer 4:0-Packung nach Hause und katapultiert den Meister unter den Strich. Denn Verfolger Lausanne gewinnt gegen Zug 3:1 und überholt damit den SCB.

Der SC Bern befindet sich in der Misere. Der Schweizer Meister verlor nach einer weiteren ungenügenden Leistung in Lugano 0:4 und rutschte in der Tabelle unter den Strich. In der aktuellen Verfassung droht der SCB die Playoffs zu verpassen.

Wie bereits am Vortag beim 1:3 gegen Lausanne fand Bern überhaupt nicht in die Partie. Und Lugano, das auf die schlechte Vorstellung gegen Servette reagierte, nützte die unerklärliche Passivität des Meisters gnadenlos aus. Brett McLean, Marco Maurer und Clarence Kparghai schossen die Tessiner bis zur 17. Minute vorentscheidend mit 3:0 in Führung.

Ab dem zweiten Drittel konnte Lugano zwar nicht mehr schalten und walten, wie es wollte. Es kontrollierte die Partie aber sicher und kehrte nach zwei Niederlagen souverän auf die Siegesstrasse zurück. Brady Murray setzte mit dem 4:0 im Powerplay (55.) den Schlusspunkt unter eine einseitige Partie. Daniel Manzato, der an diesem Abend das Tor Luganos hütete, feierte seinen zweiten Shutout in dieser Saison

Und Bern? Der Meister erwachte wie gegen Lausanne erst, als es zu spät war. Zählbares schaute indes nicht heraus. Trainer Lars Leuenberger hatte nach der blamablen Niederlage gegen Lausanne versucht, neue Impulse zu setzen. Er gab Routinier Ivo Rüthemann wieder einmal eine Spielgelegenheit und liess stattdessen Mikko Lehtonen als 13. Stürmer auf der Bank. Auch diese Massnahme zahlte sich nicht aus.

Der SCB rutschte nach der siebten Niederlage in den letzten elf Spielen zum ersten Mal seit Ende November wieder unter den Strich. Der Unterschied zu damals: Die Qualifikation dauert nur noch sechs Runden; Zeit für eine Reaktion bleibt nicht mehr allzu viel.

Weiterer Sieg von Lausanne

Lausanne setzte seinen Siegeszug fort und rückte auf einen Playoff-Platz vor. Dank einer konzentrierten, defensiv einmal mehr soliden Leistung setzte sich das Team von Trainer Heinz Ehlers im zweiten Strichkampf innerhalb von 24 Stunden gegen Zug mit 3:1 durch.

Am Australian Open begeistert der im Lausanner Verwaltungsrat sitzende Tennis-Crack Stanislas Wawrinka, in der Patinoire Malley lässt die Lausanner Mannschaft die Fans jubeln. Ein spielerischer Genuss war die Partie zwischen den beiden in den Playoff-Kampf involvierten Teams nicht, dies störte am Ende aber keiner der 6850 Zuschauer. Denn Lausanne besiegte einen Tag nach Bern (ebenfalls 3:1) auch den EVZ. Dank den zwei Siegen kletterte der Aufsteiger über den Strich.

Der vierte Sieg für die Waadtländer in Serie war verdient. Lausanne tat mehr für die Partie und ging bis zur 25. Minute durch Treffer von Daniel Bang und Thomas Déruns 2:0 in Führung. Zug erzielte zwar durch Corsin Casutt den Anschlusstreffer (30.), Lausanne hatte die Partie aber meistens im griff. Bang mit seinem zweiten Tor sieben Sekunden vor dem Ende (ins leere Tor) erlöste Lausanne.

Während der Traum einer Playoff-Teilnahme für Lausanne in greifbare Nähe rückt, muss sich Zug wohl mit der Abstiegsrunde befassen. Die Innerschweizer, die davor nach fünf Siegen in Serie wieder leise Hoffnung schöpfen konnten, erlitten ausgerechnet im kapitalen Spiel gegen den Direktkonkurrenten einen herben Rückschlag.

Lakers mit wenig Substanz

Zu einem ungefährdeten 6:4-Sieg im Schongang kamen die Kloten Flyers in Rapperswil-Jona. Die Lakers vermochten Kloten zuwenig entgegenzusetzen.

Das knappe Schlussresultat mit der Siegsicherung durch Tommi Santala (zwei Tore, zwei Assists) erst 29 Sekunden vor Schluss widerspiegelte das Geschehen am Ende sehr schlecht. 2:0 führten die Gäste bereits nach 15 Minuten, 4:0 stand es nach 47 Minuten und immer noch 5:1 fünf Minuten vor Schluss. Matthias Bieber nützte die ersten Powerplay-Chance schon nach drei Sekunden zum 1:0 aus (9.), später profitierte Victor Stancescu beim 2:0 von einem Scheibenverlust von Verteidiger Mauro Jörg und einer bescheidenen Abwehr von Goalie David Aebischer (Abpraller nach vorne). Aebischer sah bei den ersten drei Gegentreffern nicht besonders gut aus und wurde nach Eric-Ray Blums 3:0 (23.) ausgewechselt.

Die Rapperswil-Jona Lakers vermochten die vielen Absenzen nicht zu kompensieren. Neben Duri Camichel und Franco Collenberg, die im Verlauf der Woche freigestellt worden waren, fehlten auch Topskorer Niklas Persson (krank) und Jordy Murray (verletzt). Trainer Anders Eldebrink stellte vier Junioren auf, von ihnen gelangten Back Manuel Grigioni (erzielte beim Debüt das 3:5) und Center Jan Vogel erstmals zum Einsatz. Die vorhandene Klasse reichte aber nicht aus, um das Spitzenteam Kloten zu gefährden, obwohl die Gäste schon früh die Vorbereitung auf das sonntägliche Derby gegen Leader ZSC Lions in Angriff nahmen. Das führte dazu, dass die Lakers im Finish noch von 1:5 auf 4:5 verkürzen konnten. Manuel Liniger erhielt sogar noch eine Strafe, was Rapperswil-Jona eine Powerplay-Chance mit sechs gegen vier ermöglichte. Santala machte mit einem Schuss ins leere Tor zum 6:4 aber alles klar.

Klar ist auch, dass Rapperswil-Jona nach dem Zwischenhoch um die Weihnachtszeit wieder in den alten Trott zurückgefallen ist. Die St. Galler kassierten zuletzt wieder fünf Niederlagen hintereinander. Bei Kloten verletzte sich schon im ersten Abschnitt der für die Winterspiele selektionierte Simon Bodenmann (Hand). Weitere Untersuchungen sind nötig.

Fribourg dank Leistungssteigerung

Der HC Fribourg-Gottéron rückte dank des 3:0-Heimsieges über Ambri-Piotta wieder auf den zweiten Tabellenplatz vor. Die Freiburger setzten sich dank einer Leistungssteigerung nach der ersten Pause verdientermassen durch.

Lange hielt Ambri-Piotta im Spitzenspiel ausgezeichnet mit. Die Leventiner erspielten sich dank Powerplay-Möglichkeiten ein Chancenplus im ersten Abschnitt, bekundeten nach 17 Minuten bei einem Lattenschuss von Marc Reichert Pech und hielten 30 Minuten lang ein 0:0. Zwei Tore von Benny Plüss (31.) und Julien Sprunger (36.) innerhalb von fünf Minuten stellten dann für Gottéron die Weiche in Richtung Sieg. Die Gäste aus der Leventina vermochten auf den Rückstand nicht mehr zu reagieren, wohl auch weil nach dem 3:1-Erfolg vom Vorabend über den HC Davos die Kraft fehlte, derweil Fribourg ausgeruht antrat.

Die endgültige Siegsicherung gelang Greg Mauldin nach 46 Minuten. Dem HC Ambri-Piotta gelang bereits zum zweiten Mal diese Saison in Freiburg kein Tor. Benjamin Conz feierte gegen die Leventiner seine bislang einzigen Shutouts in dieser Saison. Und eine tragische Rolle spielt in diesen Vergleichen Ambris Verteidiger Maxim Noreau. Beim 0:2 im Dezember leitete er Ambris Niederlage mit einem Eigentor ein; am Samstag leitete er sich vor dem 0:3 den entscheidenden Scheibenverlust.

Lugano - Bern 4:0 (3:0, 0:0, 1:0)

Resega. - 5451 Zuschauer. - SR Reiber/Stricker, Müller/Wüst.

Tore: 4. McLean (Walker) 1:0. 13. Maurer (Kienzle) 2:0. 17. Kparghai (Walker, McLean) 3:0. 55. Brady Murray (Stefan Ulmer, McLean/Ausschluss Gardner) 4:0.

Strafen: 2mal 2 plus 10 Minuten (Rüfenacht) gegen Lugano, 3mal 2 plus 10 Minuten (Kinrade) gegen Bern.

PostFinance-Topskorer: McLean; Martin Plüss.

Lugano: Manzato; Hirschi, Maurer; Stefan Ulmer, Julien Vauclair; Kparghai, Schlumpf; Heikkinen, Blatter; Walker, McLean, Brady Murray; Rüfenacht, Metropolit, Micflikier; Reuille, Walsky, Kienzle; Fazzini, Sannitz, Simion.

Bern: Bührer; Roche, Beat Gerber; Kinrade, Kreis; Krueger, Wellinger; Vermin, Gardner, Scherwey; Pascal Berger, Ritchie, Domenichelli; Loichat, Martin Plüss, Rüthemann; Bertschy, Dostoinow, Alain Berger; Lehtonen, Rubin.

Bemerkungen: Lugano ohne Dal Pian, Kostner, Pettersson (alle verletzt) und Conne (krank), Bern ohne Flurin Randegger, Philippe Furrer, Olesz und Jobin (alle verletzt). Timeout Lugano (33.).

Lausanne - Zug 3:1 (1:0, 1:1, 1:0)

Malley. - 6850 Zuschauer. - SR Massy/Wehrli, Dumoulin/Zosso.

Tore: 14. Bang (Hytönen, Setzinger/Schremp) 1:0. 25. Déruns (Caryl Neuenschwander) 2:0. 30. Casutt (Ramholt, Schremp) 2:1. 60. (59:53) Bang 3:1 (ins leere Tor).

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lausanne, 7mal 2 Minuten gegen Zug.

PostFinance-Topskorer: Hytönen; Suri.

Lausanne: Huet; Jannik Fischer, Lardi; Gobbi, Leeger; Reist, Stalder; Seydoux, Morant; Genazzi, Froidevaux, Fleury; Setzinger, Hytönen, Bang; Caryl Neuenschwander, Paul Savary, Déruns; Benjamin Antonietti, Augsburger, Simon Fischer.

Zug: Tobler; Chiesa, Ramholt; Erni, Hutchinson; Simon Lüthi, Alatalo; Blaser; Suri, Holden, Fabian Schnyder; Christen, Schremp, Lammer; Earl, Fabian Sutter, Martschini; Bertaggia, Diem, Sven Lindemann; Casutt.

Bemerkungen: Lausanne ohne Bürki, Genoway, Florian Conz und Gailland, Zug ohne Kilpeläinen (alle verletzt) und Patrick Fischer (überzählig). Pfostenschuss Fleury (14.). Timeout Zug (59:27). Zug von 58:32 bis 59:53 ohne Torhüter.

Fribourg - Ambri-Piotta 3:0 (0:0, 2:0, 1:0)

FKB. - 6700 Zuschauer (ausverkauft). SR Eichmann/Küng, Mauron/Tscherrig.

Tore: 31. Benny Plüss (Pouliot) 1:0. 36. Sprunger (Huguenin, Pouliot/Ausschluss Grassi) 2:0. 47. Mauldin (Benny Plüss) 3:0.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Fribourg, 2mal 2 plus 10 Minuten (Chavaillaz) gegen Ambri-Piotta.

PostFinance-Topskorer: Benny Plüss; Giroux.

Fribourg: Benjamin Conz; Schilt, Birbaum; Ngoy, Kwiatkowski; Helbling, Marc Abplanalp; Huguenin, Loeffel; Mauldin, Pouliot, Benny Plüss; Sprunger, Bykow, Tristan Vauclair; Brügger, Hasani, Mottet; Monnet, Ness, Stewart.

Ambri-Piotta: Zurkirchen; Noreau, Chavaillaz; Kobach, Nordlund; Trunz, Sidler; Grieder, Dotti; Duca, Williams, Giroux; Grassi, Schlagenhauf, Elias Bianchi; Daniel Steiner, Reichert, Pedretti; Incir, Lhotak, El Assaoui.

Bemerkungen: Fribourg ohne Miettinen, Dubé (beide verletzt) und Jeannin (geschont), Ambri-Piotta ohne Gautschi, Pestoni (beide krank), Park, Miéville und Fabian Lüthi (alle verletzt). Timeout Ambri-Piotta (12.). Pfostenschüsse: Stewart (18.); Reichert (17/Latte).

Rapperswil-Jona - Kloten 4:6 (0:2, 0:1, 4:3)

DC. - 4307 Zuschauer. SR Brüggemann/Kurmann (De/Sz), Fluri/Kaderli.

Tore: 9. Bieber (Santala/Ausschluss Neukom) 0:1. 16. Stancescu (Blum) 0:2. 23. Blum (Romano Lemm) 0:3. 48. Santala (von Gunten, Peter Mueller) 0:4. 51. Sejna (Gmür) 1:4. 53. Bieber (Santala, Peter Mueller) 1:5. 56. (55:08) Derrick Walser (Neukom) 2:5. 57. (56:06) Grigioni (Hürlimann, Rizzello) 3:5. 59. (58:48) Danielsson (Derrick Walser, Hürlimann) 4:5. 60. (59:31) Santala (Ausschluss Liniger!) 4:6 (ins leere Tor).

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 3mal 2 Minuten gegen Kloten.

PostFinance-Topskorer: Sejna; Peter Mueller.

Rapperswil-Jona: Aebischer (23. Punnenovs); Derrick Walser, Gmür; Nodari, Sven Berger; Geyer, Valentin Lüthi; Grigioni; Danielsson, Adrian Wichser, Samuel Friedli; Jörg, Neukom, Sejna; Frei, Hürlimann, Rizzello; Geiger, Vogel, Hüsler.

Kloten: Flückiger; DuPont, von Gunten; Blum, Schelling; Stoop, Vandermeer; Gian-Andrea Randegger, Frick; Peter Mueller, Santala, Bieber; Simon Bodenmann, Liniger, Jenni; Bühler, Romano Lemm, Stancescu; Herren, Steinmann, Luka Hoffmann.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Persson (krank), Camenzind, Jordy Murray, Nils Berger und Thibaudeau, Kloten ohne Martin Gerber und Félicien Du Bois (alle verletzt). Timeout Rapperswil-Jona (58:11). (si)

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