Playoff-Final: Lugano oder Bern? Je 5 Gründe für den Titel
Aktualisiert

Playoff-FinalLugano oder Bern? Je 5 Gründe für den Titel

Es steht 1:1. Die Best-of-seven- ist nun eine Best-of-five-Serie. Darum holt Lugano beziehungsweise Bern den Kübel.

von
Marcel Allemann

Darum holt Lugano den Titel

1. Irgendwann wird dem SCB die Energie ausgehen, die Mutzen können kaum über die gesamte Serie auf die Weise weiterpowern, wie sie es am Dienstag getan haben. Sobald es den Bernern nicht mehr gelingt, diese Kadenz aufrechtzuerhalten, wird Lugano aufgrund seiner spielerischen Fähigkeiten im Vorteil sein.

2. Der HC Lugano hat Heimvorteil, und solange die Tessiner diesen ausspielen, brennt für sie auch nichts an. Der SCB seinerseits kann ohne seine beeindruckende Fanwand im Hintergrund nicht so schwungvoll auftreten wie mit ihr. Doch mindestens einmal müssen die Berner in der Resega gewinnen, sonst gibt es keinen Meistertitel.

3. Die Lugano-Schweden Linus Klasen, Fredrik Pettersson und Tony Martensson sind schlicht zu gut, um nicht Meister zu werden. Dieses magische Trio lässt sich vielleicht über ein, zwei oder drei Spiele kontrollieren, aber nicht über vier, fünf, sechs oder sieben.

4. Elvis Merzlikins ist eines der grössten Goalie-Talente Europas. Am Dienstag zeigte er eine Weltklasse-Darbietung. Das Selbstvertrauen nimmt der Lette nun in die bevorstehenden Begegnungen mit, und er wird nicht lockerlassen, bis er Lugano zum Titel gehext hat und sich Meistergoalie nennen kann.

5. Wenn es ans Eingemachte geht, sprich um den Meistertitel, wird sich auch zeigen, dass Doug Shedden viel mehr Erfahrung als Trainer hat als Berns Lars Leuenberger. Der Kanadier lässt den SCB sich nun ein wenig austoben, wird aber zurückschlagen und Lugano zum Titel coachen.

Darum jubelt am Ende der SC Bern

1. Wenn der SCB sein Spiel spielt und durchzieht, sind die Mutzen krass überlegen. Lugano findet dann kaum noch einen Weg aus dem eigenen Drittel und erstickt fast im Berner Druck. Der logische Meister aufgrund der ersten 120 gespielten Minuten kann daher nur SC Bern heissen.

2. Der SCB kann seine Kadenz über vier Blöcke hochhalten und erleidet dabei kaum einen Qualitätsverlust. Je länger die Serie andauert, umso mehr wird die Kaderbreite für die Mannschaft von Lars Leuenberger zum Vorteil.

3. Trainer Doug Shedden verbockt es für Lugano mit seinem Steinzeit-Coaching. Er presst Klasen, Pettersson und Martensson aus wie Zitronen, spielt praktisch nur mit drei Blöcken. So kann man im Jahr 2016 nicht mehr Meister werden und schon gar nicht, wenn die Finalserie über mehr als vier oder fünf Spiele geht. Ausser den Spengler-Cup 2012 mit den kanadischen Lockout-Stars (ein Selbstläufer …) hat Shedden ohnehin noch nie einen Titel gewonnen.

4. Der SCB ist nicht nur schwungvoller, gradliniger und breiter, sondern auch härter. Mit Kriegern wie Rüfenacht, Krueger, Helbling, Moser, Scherwey oder Alain Berger lassen sich die Lugano-Künstler prima einschüchtern. Diese werden permanent frustrierter – das Ende der Tessiner Herrlichkeit.

5. Der SCB ist drauf und dran, das legendäre Wunder von Bern neu zu schreiben. Bis zum Schluss mussten die Mutzen diese Saison um ihre Playoff-Qualifikation zittern und waren für ihre Fans ein Ärgernis. Und dann diese wundersame Auferstehung als Riesentöter. Zuerst wurden Qualifikationssieger ZSC Lions und Meister Davos ausgeschaltet, parallel dazu entfachte dieses vermeintliche Verlierer-Team eine riesige Euphorie. Richtig gut wird diese Geschichte jedoch erst, wenn sie mit dem Meistertitel zu Ende geschrieben wird. Das wissen auch die Spieler. Deshalb ist ihr Hunger auch noch eine Spur grösser als jener der Luganesi.

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