Aktualisiert 27.04.2014 07:36

Schwander hört auf

Lukas Reimann wird neuer Auns-Chef

Wegen gesundheitlichen Problemen gibt der 52-jährige SVP-Nationalrat sein Amt ab. Als Nachfolger haben die Auns-Mitglieder SVP-Nationalrat Lukas Reimann gewählt.

Lukas Reimann, neu gewählter Präsident der Auns, spricht  während der 29. Hauptversammlung der Auns am Samstag, 26. April 2014 in Bern.

Lukas Reimann, neu gewählter Präsident der Auns, spricht während der 29. Hauptversammlung der Auns am Samstag, 26. April 2014 in Bern.

Bei der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS) kommt es überraschend zu einem Wechsel an der Spitze.

Der langjährige Präsident Pirmin Schwander hat das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. In seine Fussstapfen tritt der St. Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann.

Schwander informierte den AUNS-Vorstand am Freitag, dass er als Präsident zurücktritt, wie die AUNS am Samstag bekannt gab. Als Nachfolger schlug der Schwyzer SVP-Nationalrat den 31-jährigen Reimann vor.

Die AUNS-Mitglieder folgten diesem Vorschlag: An der Mitgliederversammlung am Samstag in Bern wählten sie Reimann einstimmig zum neuen AUNS-Präsidenten. Schwander selbst konnte an der Versammlung nicht teilnehmen.

Schwander habe seit längerem gesundheitliche Probleme, die sich in jüngster Zeit zugespitzt hätten, sagte AUNS-Geschäftsführer Werner Gartenmann auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Der 52-Jährige habe mehrere medizinische Eingriffe hinter sich. Der Entscheid, als Präsident den Hut zu nehmen, sei aber überraschend gekommen.

Ob Schwander weiterhin im Nationalrat bleiben wird, war am Samstag zunächst nicht in Erfahrung zu bringen.

Rücktritt bereits einmal angeboten

Schwander stand rund zehn Jahre lang an der Spitze der AUNS. Er hatte das Präsidium der Organisation 2004 von Christoph Blocher übernommen, der die AUNS 1986 zusammen mit dem damaligen Gewerbeverbands-Direktor Otto Fischer (FDP) gegründet hatte.

Als AUNS-Präsident musste Schwander einige herbe Niederlagen einstecken. Vor zwei Jahren beispielsweise erlitt die AUNS mit ihrer Staatsvertrags-Initiative an der Urne Schiffbruch: Das Stimmvolk lehnte diese mit 75,3 Prozent wuchtig ab.

Im Herbst 2012 bot Schwander gar seinen Rücktritt an, nachdem die AUNS mit ihren Referenden gegen die Steuerabkommen mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich gescheitert war. Die Organisation habe es versäumt, sich breiter abzustützen, gab er damals selbstkritisch zu Protokoll. Seine unternehmerische Erfahrung sage ihm, dass eine Richtungskorrektur neue Köpfe brauche. Dennoch blieb Schwander schliesslich noch im Amt.

Initiative gegen Schengen geplant

Nun aber gibt er das Präsidium weiter an «eine jüngere Kraft», wie die AUNS am Samstag mitteilte. Der St. Galler Nationalrat Reimann kennt die AUNS bereits gut - er ist seit 2000 Vorstandsmitglied.

Auf Reimann kommt als neuer AUNS-Präsident die Aufgabe zu, eine Volksinitiative zu lancieren. Die rund 700-köpfige Mitgliederversammlung beauftragte am Samstag den Vorstand, bis Ende September eine Initiative auszuarbeiten, welche die «Wiedererlangung der Eigenständigkeit» der Schweiz in jenen Bereichen verlangt, «die mit den Bilateralen 1 und 2 verloren gegangen ist».

Die AUNS wolle nicht den Abbruch der Beziehungen mit der EU verlangen, sagte Gartenmann auf Anfrage. «Aber wir möchten ohne Tabus über eine mögliche Kündigung der bilateralen Verträge diskutieren.» Der AUNS ist insbesondere das Schengen-Abkommen ein Dorn im Auge.

Die AUNS befürchtet, dass der Bundesrat die Zuwanderungsinitiative nicht umsetzt. «Wir vertrauen der Regierung nicht», sagte Gartenmann. Als Alternative zum bilateralen Weg des Bundesrates schlägt die AUNS ein erweitertes Freihandelsabkommen mit der EU vor. (sda)

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