Proteste in Belarus: St. Gallerin in Minsk verhaftet, Freund erhielt Nachricht aus Gefangenenbus
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Proteste in BelarusSt. Gallerin in Minsk verhaftet, Freund erhielt Nachricht aus Gefangenenbus

In Belarus wurde eine weissrussisch-schweizerische Doppelbürgerin verhaftet. Sie soll an den Frauenprotesten teilgenommen haben.

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Natalie H. bei einer Demonstration in Minsk.

Natalie H. bei einer Demonstration in Minsk.

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Mit Gewalt zwängten am 20. September Polizisten viele Demonstranten in Gefangenentransporter.

Mit Gewalt zwängten am 20. September Polizisten viele Demonstranten in Gefangenentransporter.

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Zehntausende forderten den sechsten Sonntag in Serie den Rücktritt von Staatschef Alexander Lukaschenko.

Zehntausende forderten den sechsten Sonntag in Serie den Rücktritt von Staatschef Alexander Lukaschenko.

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Darum gehts

  • In Belarus wurde eine weissrussisch-schweizerische Doppelbürgerin verhaftet.
  • Die Frau soll zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt worden sein.
  • Seit ihrer Verhaftung ist der Kontakt zu ihr abgebrochen.

In Belarus (Weissrussland) ist vergangenen Samstag eine schweizerisch-belarussische Doppelbürgerin aus St. Gallen verhaftet worden. Die Schweizer Botschaft in Minsk steht in Kontakt mit den lokalen Behörden und der Familie vor Ort.

Der Freund der verhafteten Natalie H. hat vor einer Woche, am 19. September um 16.23 Uhr, zuletzt von ihr gehört. «Ich bin verhaftet!», schrieb sie aus dem Gefangenenbus und schickte ihm ein Video. Im Video sei das Geschrei von verhafteten Frauen zu hören, schreibt das «Tagblatt».

Demonstrationen gegen Lukaschenko

Ein Verwandter der Verhafteten habe ihm gesagt, Natalie H. sei zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Das stimmt mit den Angaben überein, die das weissrussische Bürgerrechtsportal spring96.org veröffentlicht hat. Neben Natalie H. sollen noch 314 weitere Frauen verhaftet worden sein.

Das Aussendepartement (EDA) bestätigte die Verhaftung auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Weitere Angaben dürfe man aus Gründen des Daten- und Personenschutzes keine machen. Bereits im August war ein Schweizer in Belarus verhaftet worden.

Seit der Präsidentenwahl am 9. August kommt es in Belarus täglich zu Protesten. Langzeitherrscher Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen nach 26 Jahren im Amt zum Wahlsieger erklären lassen. Der 66-Jährige strebt eine sechste Amtszeit an. Die Opposition hält dagegen Swetlana Tichanowskaja für die wahre Siegerin.

(woz/SDA)

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