Softwareprobleme: LUKB-Kunden drohen jetzt mit Wechsel der Bank
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SoftwareproblemeLUKB-Kunden drohen jetzt mit Wechsel der Bank

Zehn Tage ist das neue E-Banking-System der LUKB nun in Betrieb. Bei den Kunden lässt es aber noch viel zu wünschen übrig, wie Leserkommentare zeigen.

von
jak
Viele Kunden ärgern sich über die neue Software der LUKB.

Viele Kunden ärgern sich über die neue Software der LUKB.

Keystone/Sigi Tischler

«Ich habe mich auch grün geärgert. Das alte System war äusserst übersichtlich und leicht zu handhaben. Das neue ist völliger Blödsinn, unübersichtlich, kompliziert», schreibt Erna P. Die 20-Minuten-Leserin ärgert sich über die neue Software der Luzerner Kantonalbank (LUKB).

«Wir wechseln. Noch heute. Ade Kantonalbank.»

Und sie ist nicht die Einzige, die ihrem Ärger freien Lauf lässt: Unübersichtlich, mühsam und benutzerunfreundlich. All das und vieles mehr kritisieren die 20-Minuten-Leser an den Neuerungen der Luzerner Kantonalbank. Unter diese fallen vor allem die Erweiterung der Webseite und die Installation eines neuen E-Banking-Systems von vergangener Woche.

Andere Kunden denken auch an einen Wechsel der Bank. So schreibt Sigi Ulrich etwa: «Ich finde das neue E-Banking auch sehr mühsam und unübersichtlich. Es war vorher viel besser. Ich überlege mir auch die Bank zu wechseln.» Oder drohen damit, falls die LUKB nicht etwas ändert. «Wenn sich die LUKB nicht rasch was einfallen lässt, werde ich wohl die Bank wechseln», schreibt ein unzufriedener User. Und Franziska hat sich sogar bereits verabschiedet: «Die neue E-Bankingseite ist eine Katastrophe! Kompliziert, nicht bedienerfreundlich. Als gutes Beispiel dient die Raiffeisenbank . Wir wechseln. Noch Heute. Ade Kantonalbank.»

Zwei wichtige Gründe für Systemwechsel

Weshalb überhaupt ein Systemwechsel vorgenommen wurde, hat laut Daniel von Arx, Leiter Kommunikation bei der LUKB, vor allem zwei Gründe. Ein Grund ist die Entwicklung des Kundenverhaltens in Richtung ‹mobile Banking›. «Die neue E-Banking-Lösung passt sich in der Darstellung automatisch dem Endgerät – also dem Smartphone oder Tablet – an, das der Kunde gerade benutzt», sagt von Arx. «Diese Neuerung ist deshalb wichtig, weil in Zukunft ein grosser Teil des E-Bankings mobil und nicht mehr am PC stattfinden wird.»

Der zweite Grund ist technischer Natur: «Die neue E-Banking-Lösung setzt direkt auf dem Avaloq-Kernbankensystem auf.» Diese Software ist für die eigentliche Verwaltung und Bearbeitung der Daten zuständig. «Das verschlankt die Prozesse im Hintergrund und verbessert die Durchlässigkeit der Daten zwischen E-Banking und Kernbankensystem», so von Arx. «Damit können unsere Kunden in Zukunft via E-Banking zum Beispiel die Kartenlimiten selber anpassen, eine Festhypothek elektronisch verlängern oder ihre Adresse ändern.»

«Das neue Design braucht Eingewöhnungszeit»

Bei der LUKB werden aber die Reaktionen der Kunden sehr ernst genommen. Von Arx: «Es ist für uns sehr gut nachvollziehbar, dass die Neuerung in Kombination mit den technischen Anfangsschwierigkeiten bei unseren Kunden einigen Missmut verursacht hat.» Deshalb sollen laut von Arx nun auch die vielen Optimierungsvorschläge der Kunden systematisch ausgewertet werden und laufend in die Weiterentwicklung des E-Bankings einfliessen.

«Das neue Design braucht bei den Kunden Eingewöhnungszeit. Das ist uns bewusst. Mit zunehmender Nutzungsdauer steigt erfahrungsgemäss die Routine und damit das Tempo bei der Bedienung», so von Arx. «Mit der neuen Funktion der Merkliste haben die Nutzer die Möglichkeit, die am meisten gebrauchten Funktionen zu priorisieren und sich damit die Benutzeroberfläche zu individualisieren.» Damit können die Kunden sehr schnell auf die häufig gebrauchten Funktionen zugreifen.

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