Weltklasse Torhüter, aber...: Luongo zwischen Welt- und Kreisklasse
Aktualisiert

Weltklasse Torhüter, aber...Luongo zwischen Welt- und Kreisklasse

Der Stanley-Cup-Final hat die «Belle»: Nach dem 5:2-Heimsieg von Boston über Vancouver fällt die Entscheidung in der Nacht auf Donnerstag. Welche Rolle spielt dabei Roberto Luongo (32)?

von
Marcel Allemann
Wurde nach 8 Minuten ausgewechselt: Canucks-Keeper Roberto Luongo. Foto: key

Wurde nach 8 Minuten ausgewechselt: Canucks-Keeper Roberto Luongo. Foto: key

Dieser ist eigentlich ein Weltklasse-Goalie. An den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver ersetzte er den schwächelnden Martin Brodeur und führte Kanada mit seinen Paraden zu Gold. Seither ist Luongo in seinem Land ein Olympiaheld, aber so richtig über den Weg traut man ihm trotzdem nicht. Nun sieht man (wieder einmal) weshalb. Die inkonstanten Leistungen der Nummer 1 der Vancouver Canucks geben grosse Rätsel auf.

In der heimischen Rogers Arena spielt er jeweils grossartig auf und war bei den drei Siegen mit einer Fangquote von 97,94 Prozent der grosse Star. Zum Vergleich: HCD-Meisterheld Leonardo Genoni realisierte als bester NLA-Goalie in den Playoffs 95,98 Prozent. Anders sieht es bei den Auswärtsspielen aus: In den drei Partien in Boston brachte es Luongo auf eine unterirdische Fangquote von nicht einmal 78 Prozent! Zum Vergleich: Der statistisch schlechteste NLA-Goalie, SCB-Ersatzgoalie Olivier Gigon, hielt immerhin 88 Prozent der Schüsse.

In der Nacht auf Dienstag wurde Luongo nach einem 0:3-Rückstand nach 8 Minuten ausgewechselt. Und trotzdem kann er am Donnerstag zum Held avancieren und Vancouver zum ersten Stanley-Cup der Vereinsgeschichte führen. Denn bei der «Belle» haben die Canucks Heimrecht: Das wäre ein Fall für Luongo. Der rätselhafte Stargoalie wird entscheiden – so oder so.

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