Autobranche: Lust und Frust am Pariser Autosalon
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AutobrancheLust und Frust am Pariser Autosalon

Der alle zwei Jahre stattfindende Autosalon in Paris gilt als eine der besucherstärksten Messen der Welt. Dieses Jahr ist die Autowelt zweigeteilt.

Auf dem Autosalon in Paris herrscht gedrückte Stimmung. Der Automarkt in Westeuropa liegt angesichts der Schuldenkrise am Boden - die Folgen sind Überkapazitäten, Milliardenverluste, Werksschliessungen und Sparprogramme. Doch die Autowelt ist zweigeteilt.

Der Volkswagen-Konzern steht angesichts seiner breiten weltweiten Aufstellung noch gut da. Dagegen stecken Hersteller wie PSA Peugeot Citroën, Opel und Fiat in einer tiefen Krise, weil sie abhängig von der Entwicklung in Europa sind.

Absatzkrise in Europa

Der angeschlagene französische Autobauer PSA etwa rechnet wegen der Absatzkrise in Europa mit weiteren Verlusten in Milliardenhöhe. Das Unternehmen werde vermutlich bis 2014 monatlich einen dreistelligen Millionenbetrag an Cash verbrennen, sagte Konzernchef Philippe Varin in Paris. PSA will rund 8000 Arbeitsplätze abbauen und ein Werk komplett dicht machen.

Die Durststrecke in Europa wird laut Prognosen anhalten. Experte Ferdinand Dudenhöffer erwartet, dass 2013 noch härter wird als dieses Jahr. Er rechnet mit dem schlechtesten Verkaufsjahr in Westeuropa seit 1993 - mit 11,6 Millionen Auto-Verkäufen nach 11,9 Millionen in diesem Jahr.

Problem Westeuropa

Die schlechteren Entwicklungen in China sowie Europa hatte auch Daimler als Grund für ein Sparprogramm genannt. Bei Audi und BMW hingegen läuft es noch rund. BMW sieht keinen Grund, auf die Kostenbremse zu treten. «Wir haben in diesem Jahr Mitarbeiter eingestellt und alle unsere Werke weltweit sind voll ausgelastet», sagte BMW-Vertriebschef Ian Robertson.

Zwar stecke Westeuropa aktuell in einer schwierige Phase, sagte auch Audi-Chef Rupert Stadler: «Ich glaube, dass wir dort bei den Gesamtmärkten schon mit einem Rückgang von 5 bis 10 Prozent zu rechnen haben.» Allerdings konzentrierten sich die Probleme auf wenige europäische Kernmärkte.

Neue Modelle

Hoffnungen setzen die Autobauer in eine Vielzahl neuer Modelle. Auf dem Autosalon werden etwa der neue VW Golf, der Renault Clio oder der Opel Adam präsentiert. Ford stellt den neuen Mondeo vor, Citroën ein DS3 Cabrio und Toyota einen Auris Kombi.

Der alle zwei Jahre stattfindende Autosalon in Paris gilt als eine der besucherstärksten Messen der Welt. Die diesjährige Schau ist bis Freitagabend zunächst nur für Fachbesucher geöffnet. Von Samstag an bis zum 14. Oktober steht die Messe dann allen Auto- Interessierten offen. Insgesamt werden 270 Aussteller aus rund 20 Ländern erwartet.

(sda)

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