Aktualisiert 01.04.2011 13:14

April, AprilLustig, lustig, tralalalala!

Wenn in Bern ein Tram mit FCB-Logo fährt und in Zürich Soldaten auf Hochhäusern Erdbeben simulieren, dann sollte man einen Blick auf das Datum werfen.

von
amc

Jörg Kachelmann hat Alice Schwarzer einen Heiratsantrag gemacht, der Zürcher Zoo will Knut klonen und Patty Schnyder zieht im Playboy blank: Wie die Passanten auf diese News reagieren. (Quelle: Keystone)

Dieser Test hat es in sich: 750 Rekruten erklimmen heute den Zürcher Prime-Tower, stellen sich auf die Dachterrasse und führen drei anspruchsvolle Tests aus: Kraft ihres Körpergewichts und ihrer motorischen Fähigkeiten prüfen die Mannen in Uniform, ob das höchste Gebäude der Schweiz den Anforderungen an Wind-, Schwingungs- und Erdbebensicherheit genügt. So zumindest meldet dies der «Tages-Anzeiger» am heutigen 1. April.

Wahnwitziges ereignet sich in Zürich auch in Bodennähe: Laut einer Meldung der NZZ will die Stadt ihre Fussgängerstreifen neu blau-weiss malen – als Mittel der Corporate Identity. Kosten soll die farbenfrohe Pinselei rund 250 Millionen Franken.

Die Kollegen vom «NZZonline» gehen der wohl ältesten Verschwörung auf die Spur: Wie das Onlineportal berichtet, ist aus sicherer Quelle durchgesickert, dass Wikileaks demnächst einen bisher verschollenen Untersuchungsbericht des römischen Senats über die Ermordung von C. Julius Caesar im Web veröffentlichen wird. «Mächtige Interessengruppen erreichten, dass aus undurchsichtigen politischen Motiven die Wahrheit über jenes epochale Ereignis dem Römischen Senat und Volk (SPQR) und überhaupt der Menschheit vorenthalten wurde», schreibt «NZZonline». Nun sei aber «auf krummen Wegen» der Julius-Code zu Wikileaks gelangt. Wir wittern eine krumme Verschwörung der Redaktion zum 1. April.

Auch im Kanton Uri läuft ein Aprilscherz. Dort ist eine Volksinitiative angekündigt, die verlangt, dass der Uristier neu ohne Hörner dargestellt wird, weil heute ja 90% der Kühe und Stiere keine Hörner mehr tragen.

Im Kanton Bern überstürzen sich derweil die Ereignisse: Um 10 Uhr werden in Langenthal die Schneekanonen für den Weihnachtsmarkt vorgestellt. Um 12 Uhr demonstrieren YB-Fans in der Stadt Bern gegen ein Tram mit dem Basler Logo, und BERNMOBIL präsentiert sensationelle neue Neigetrams.

Gigi Oeri bezahlt quietschfreie Räder

«Das tut den YB-Fans in den Augen weh», berichtet die «Berner Zeitung»: «Ein FCB-Logo auf den Berner Trams.» In der Tat verkehren seit längerem rot-blaue Tram-Kompositionen zwischen Worb und Bern. Jetzt zahle Basels Mäzenin Gigi Oeri die neuen quietschfreien Räder der Trams, schreibt die BZ.

Auch der «Bund» hat Tram-News: Bernmobil setze künftig auf die Neigetechnik, um die zeitlichen Herausforderungen des neuen Taktfahrplans zu meistern. «Unter Bähnlern gilt dies als Sensation», weiss das Blatt.

Überraschend kommt auch die Initiative der Stadtvereinigung Langenthal. Sie hat es satt, den Weihnachtsmarkt im Grünen durchzuführen. Deshalb ist sie eine strategische Partnerschaft mit den Jungfraubahnen eingegangen und setzt künftig Kunstschnee ein, wie das «Langenthaler Tagblatt» exklusiv berichtet.

Das «Bieler Tagblatt» ist derweil im Fussball-Fieber. Vor dem Cup-Halbfinal in Sitten gebe es prominente Zuzüge beim Zweitligisten FC Biel: Gleich vier YB-Stammspieler würden für das wichtige Spiel vorübergehend ins Seeland transferiert.

Ein ulkiger Primeur ist auch dem «Berner Oberländer» gelungen: DJ Bobo und Fernsehkoch Andreas C. Studer alias Studi wollen demnach im Jungfrau-Park bei Interlaken eine Talentschmiede für Jugendliche eröffnen. Gemäss BO wollen die beiden Promis Teenagern «mit besonderen gesanglichen und tänzerischen Begabungen ein schulisches Zwischenjahr bieten». Wer am Aprilscherz zweifelt, wird spätestens nach folgendem Zitat von DJ Bobo über das Motiv zur Gründung der Talentschmiede überzeugt sein: «Mir ist während des Castings zu ‹Die grössten Schweizer Talente› klar geworden, wie viel ungenutztes musisches Potenzial unser Land hat.»

Lustiges aus Basel

Einer der drei Bummelsonntage, an denen Basler Fasnachtscliquen nach der Fasnacht nochmals musizieren, solle gestrichen werden: Die Basler Regierung wolle die Polizeivorschriften «restriktiver fassen», schrieb die «Basler Zeitung» (BaZ). Ausserdem solle am Abend das freie «Gässle» untersagt und nur noch eine Route vom Bahnhof zum Marktplatz freigegeben werden.

Grund seien Lärmklagen «von Innenstadtbewohnern und Ladenbesitzern», von Letzteren insbesondere auch wegen Nachteilen am Verkaufssonntag während der Uhrenmesse «Baselworld», hiess es weiter. Allerdings habe sich bereits eine «IG Pro Bummel» formiert, die sich gegen die Pläne wehren wolle.

Neuer Kantonshauptort?

Die «Basellandschaftliche Zeitung» (bz) berichtet, dass ab Sommer die Baselbieter Regierung in Sissach BL statt in Liestal tagen werde. Grund sei die überraschende Wahl des Sissacher Grünen Isaac Reber in die Regierung, die nun einer alten Idee von Bildungsdirektor Urs Wüthrich (SP), ebenfalls einem Sissacher, «plötzlich zum Durchbruch» verholfen habe.

Tagungsort sei das Schloss Ebenrain in Sissach, das dem Kanton gehört. Die Verwaltung verbleibe aber vorerst in Liestal, beruhigt die bz; auch der Landrat werde weiterhin in Liestal tagen. Trotzdem könne der Umzug für Liestal allenfalls «böse Folgen haben». Denn «eventuell» werde Sissach so offizieller Kantonshauptort.

Spass im Aargau und Solothurn

Um Strom zu sparen, soll der SBB-Regio-Express Olten-Wettingen mit einer Dampflokomotive geführt werden. Mit dem Dampfzug gebe der Kanton Aargau der «Stromdebatte neue Impulse», berichtete das Regionaljournal Aargau/Solothurn von Schweizer Radio DRS. Die alte französische, 200 Tonnen schwere Dampflokomotive sei für eine Höchstgeschwindigkeit von 110 Kilometer pro Stunde zugelassen.

Einen Schritt in die Energiezukunft liess sich die «Aargauer Zeitung» zum 1. April einfallen. In der kleinen Gemeinde Bottenwil soll an einem Hang eine riesige Photovoltaik-Anlage entstehen. Diese werde Strom für 450 Haushaltungen produzieren.

Den schönen Seiten des Lebens verschrieb sich die «Solothurner Zeitung» zum 1. April. In Aetigkofen werde der lange geplante Alpensteg endlich gebaut. Von diesem Vorbau aus sollen die Wanderer im Bezirk Bucheggberg einen wunderbaren Blick in die Alpen werfen können.

Das «Oltner Tagblatt» schrieb im Lokalteil über das «kleinste Gemeindefahrzeug im Kanton». Der «Piaggio P2» mit drei Rädern stehe im Werkhof von Obergösgen. Für ein Foto stellten sich vier Werkhofmitarbeiter stolz neben das Kleinfahrzeug.

Humor im Radio

Wie ein Leserreporter berichtet, schickte auch Radio NEO1 (Gebiet Emmental) seine Hörer in den April. Es hiess, dass in verschiedenen grösseren Migros-Filialen ab Mittag der Lift und die Rolltreppen abgeschaltet werden, um die Gesundheit von Herr und Frau Schweizer zu fördern. Im Verkaufsladen selbst werden Trottinets für den Einkauf eingesetzt.

Radio Argovia meldete, dass die Autobahn A1 zwischen Aarau Ost und Mägenwil komplett für zwei Monate gesperrt werde. Grund dafür sei ein sehr gefährlicher Baustellenbereich, welcher nicht der EU-Norm entspreche und schon zu zahlreichen Unfällen führte. Der Verkehr werde durch die umliegenden Dörfer geführt.

Radio Pilatus meldete gemäss einem Leserreporter, auf der neuen Allmend gebe es nun doch Kunstrasen, und das wegen des ständigen Schattens, den die beiden Hochhäuser aufs Feld würfen. Das verunmögliche ein Gedeihen des Naturrasens.

Von einem Top-Transfer sprach das Sportmagazin «GOAL» im Arolfinger Lokalfernsehen. Gemäss der Meldung wechselt Formel-1-Pilot Michael Schumacher per sofort zum FC Aarau.

(amc/sda)

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