Aktualisiert 07.10.2014 07:15

Luzerner MääsLutsch-Penisse stossen auf Ablehnung

An der Luzerner Määs verkauft der Candymarkt Fruchtgummis in der Form von Penissen. Dies sorgt für rote Köpfe bei Eltern, Haribo und der Stadt als Veranstalterin.

von
Daniela Gigor

Roland Fuchs (33) besuchte am Sonntag mit seinem 7-jährigen Kind bei schönstem Herbstwetter die Luzerner Määs. Eine Riesenauswahl an Schleckwaren lockte viele faszinierte Kinder zum Candymarkt-Verkaufswagen. «Plötzlich entdeckte ich mitten im Angebot Gummi-Pimmel in zwei verschiedenen Grössen», erzählt Fuchs. Er sei nicht konservativ und hätte auch nichts dagegen, wenn er diese Fruchtgummis in einem Erotikmarkt antreffen würde. «Ich finde es aber absolut fehl am Platz, wenn diese Produkte an der Määs angeboten werden», so der verärgerte Vater. Er möchte nicht zusehen, wie sein Kind einen derartigen Fruchtgummi schlecken würde. Auch die Määs-Besucher Doris und Ueli Lustenberger finden, dass dieser Artikel nicht an einen Schleckwaren-Stand gehört. Alain Hüppi, Vater von zwei Kindern, sagt: «Ich finde es falsch, dass man so etwas verkauft.»

Haribo ist mächtig sauer

Auf dem Verkaufswagen und den Plastiktaschen des Candymarkts wird gross mit dem goldenen Haribo-Bären Werbung gemacht. Auch Roland Fuchs nahm an, dass es sich bei den Gummi-Penissen um Produkte aus dem Hause Haribo handelt.

Dies wird von Haribo in Deutschland aufs Schärfste dementiert: «Es macht uns richtig sauer, dass an diesem Stand solche Fruchtgummis für Erwachsene verkauft werden», sagt Haribo-Pressesprecher Marco Alfter auf Anfrage von 20 Minuten. So wie die Präsentation daher komme, werde der Eindruck erweckt, dass alle angebotenen Süssigkeiten aus dem Hause Haribo kommen würden. Alfter: «Wir sind eine Marke für Kinder und würden Fruchtgummis in dieser Form nie produzieren.» Der Verkauf der Lutsch-Penisse dürfte dem Besitzer des Candymarkts Ärger einbringen. Laut Alfter wurde der Betreiber der Marke Haribo in der Schweiz bereits informiert, damit dieser entsprechend reagieren könne.

Auch Stadt und Polizei haben Verkaufswagen im Visier

Veranstalter der Määs ist die Stadt Luzern. «Wir haben keine Kenntnis von diesem Artikel», sagt Erich Felber, Verantwortlicher für die Määs bei der Stadt Luzern. Die Määs sei als Veranstaltung für Familien gedacht und es gebe genügend andere Formen von Fruchtgummis. Felber: «Wir werden das Gespräch mit dem Inhaber suchen und den Verkauf des Artikels unterbinden.»

Nicht genug damit: Für die Lutsch-Penisse dürfte sich auch die Polizei interessieren, wie deren Sprecher Simon Kopp bestätigte. «Wir werden eine Kontrolle machen und prüfen, ob der Standbetreiber gegen das Gesetz verstösst.»

Candymarkt-Betreiber versteht den Wirbel nicht

«Wir verkaufen diese Willis schon viele Jahre an den Märkten in der ganzen Schweiz», sagt Hubert Stadelmann, Inhaber des Candymarkts auf Anfrage. Die Willis würden seit vielen Jahren an der Määs, der Luga oder etwa dem Seenachtsfest in Luzern angeboten. Viele Eltern hätten Freude an seinem Stand und bisher habe sich noch niemand an diesen Fruchtgummis gestört. Stadelmann: «Wenn es aber nun Reklamationen wegen dieses Artikels gibt, werde ich die Willis in Luzern sofort aus dem Sortiment entfernen.»

Dies geschah offenbar schon am Montagabend. Bei einem Besuch am Stand gab es vom Verkaufspersonal auf Nachfrage nach den Willis die Auskunft: «Wir haben keine mehr.»

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