Aktualisiert 30.05.2006 22:04

Luxuriöse Züri-WCs werden jetzt von der Stadt geleast

Bei der Umsetzung des Design-WC-Konzepts in der Stadt Zürich haperts. Die teuren Klos sind umstritten, denn es ginge auch billiger.

Gestern wurde die jüngste vollautomatische WC-Anlage der Stadt Zürich am Stauffacher eingeweiht. Sie ersetzt das alte Klo und für die Benützung zahlt man neu einen Franken. Die Toilette hat den Steuerzahler aber nicht wie die anderen neuen Design-WCs 350000 Franken gekostet, sondern wird für 22000 Franken im Jahr bei der Herstellerfirma geleast.

Ausserdem kann an den Seitenwänden Plakatwerbung angebracht werden. «Mit den Werbeeinnahmen werden die Leasingkosten vollständig finanziert», erklärt Züri-WC-Leiter Alfred Fröhlich. Für Service und Reparaturen der Anlage bezahlt die Stadt Zürich jährlich noch 20000 Franken.

Das WC am Stauffacher entspricht zudem nicht ganz dem einheitlichen Design und ist deshalb auch billiger. Es hat die typische Dächlikappe nicht, da es unter der VBZ-Überdachung steht. Das macht Fröhlich aber alles andere als traurig: «Die hohen Kosten für die einheitlich designten Anlagen hinterfrage ich», sagt er in aller Deutlichkeit. «Wir würden mit unserem Budget lieber jährlich zehn günstigere WCs bauen als drei teure.» Eine zweite geleaste Anlage steht bereits am Escher-Wyss-Platz.

«Es ist prüfenswert, künftig neue WC-Anlagen vermehrt zu leasen und mit Plakatwerbung zu bestücken», sagt er. Das Amt für Hochbauten wird entscheiden, in welcher Form das teure WC-Design-Konzept weitergeführt wird.

Sandra Hänni

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