23.02.2020 10:19

Wo sind die Uhren im Wert von 630'000 Fr.?

Luxus-Boutique in Zermatt in 9 Minuten ausgeraubt

Uhren im Wert von über 600'000 Franken soll ein Diebestrio in Zermatt gestohlen haben. Einem der gefassten Täter wurde am Donnerstag im Wallis der Prozess gemacht. Doch dieser war gar nicht anwesend.

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Die Omega-Uhrenboutique in Zermatt VS wurde im Herbst 2017 von einer professionellen Diebesbande ausgeraubt.

Die Omega-Uhrenboutique in Zermatt VS wurde im Herbst 2017 von einer professionellen Diebesbande ausgeraubt.

Omega
In kürzester Zeit  erbeuteten die Männer knapp 150 Luxus-Uhren im Gesamtwert von über 600'000 Franken.

In kürzester Zeit erbeuteten die Männer knapp 150 Luxus-Uhren im Gesamtwert von über 600'000 Franken.

Keystone/Christian Beutler
Nun wurde einem der Täter vom Kreisgericht in Visp VS der Prozess gemacht, wie der «Walliser Bote» berichtete. Dieser glänzte jedoch durch Abwesenheit. Denn seit der Räuber aus der U-Haft entlassen worden ist, ist er von der Bildfläche verschwunden.

Nun wurde einem der Täter vom Kreisgericht in Visp VS der Prozess gemacht, wie der «Walliser Bote» berichtete. Dieser glänzte jedoch durch Abwesenheit. Denn seit der Räuber aus der U-Haft entlassen worden ist, ist er von der Bildfläche verschwunden.

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Die Omega-Uhrenboutique in Zermatt VS wurde im Herbst 2017 von einer professionellen Diebesbande ausgeraubt. Im Nullkommanichts erbeuteten die Männer knapp 150 Luxus-Uhren im Gesamtwert von über 600'000 Franken.

Nun wurde einem der Täter vom Kreisgericht in Visp VS der Prozess gemacht, wie der «Walliser Bote» berichtete. Dieser glänzte jedoch durch Abwesenheit. Denn seit der Räuber aus der U-Haft entlassen worden ist, ist er von der Bildfläche verschwunden.

Vom Beck aus beobachtet

Trotz Abwesenheit des Beschuldigten wurde die Verhandlung durchgeführt. Vor Gericht wurde schnell klar, dass der Raub der Boutique lange Vorbereitungszeit benötigt hatte.

In Italien klauten die Männer ein Auto und fuhren schon zehn Tage vor der Tat ins Wallis, um die Ortschaft auszukundschaften und die Tat genau zu planen.

Wie gesicherte Kaufquittungen der Räuber zeigen, besuchten die Männer eine nahe gelegene Bäckerei vor der Tat, um das Schmuckgeschäft auszuspionieren. «Das beweist, dass sich die Täter schon Tage zuvor in Zermatt aufhielten, um das Uhrengeschäft und den günstigen Tatzeitpunkt auszukundschaften», sagt die Staatsanwältin.

Von Profis bis ins kleinste Detail geplant

Das Fluchtauto parkierten die Diebe zehn Kilometer von dem Uhrengeschäft im kleinen Dorf Randa VS. In der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober 2017 begaben sich die Männer dann zu Fuss nach Zermatt. Gegen vier Uhr morgens kamen sie dort an – und schritten zur Tat.

Die Männer arbeiteten äusserst effizient: In fünf Minuten hatten sie die Eingangstüre der Omega-Boutique aufgebrochen. Vier Minuten später war der Laden leer geräumt. «Jeder der Täter wusste genau, was er beim Einbruch zu tun hatte. Da waren Profi-Einbrecher am Werk», sagt die Staatsanwältin. Genau 142 Uhren im Wert von 633'887 Franken liessen die Diebe mitgehen. Für die Bijoutiers entstand ein Schaden von über 250'000 Franken.

Filmreife Flucht

Die drei Männer verliessen nach ihrem Blitzraub die Luxusboutique und begaben sich zu Fuss zurück in Richtung Randa. Dort versteckten sie sich zeitweise in einem Waldstück. Als eine Drittperson den Polizisten das Versteck mitteilte, flüchteten die Männer mit ihrem gestohlenen Auto.

Danach ging jedoch einiges schief: Mit überhöhter Geschwindigkeit durchbrachen die Täter in Siders VS eine Polizeisperre und verunfallten wenig später mit dem Fluchtwagen. Die Diebe stiegen aus dem Wagen und versuchten, die Autobahn zu Fuss zu überqueren. Einer der Täter wurde dabei von einem Auto angefahren und mit mittelschweren Verletzungen in Spital gebracht.

Wo sind die Uhren?

Die beiden anderen Täter liefen mit den erbeuteten Uhren nach Réchy VS. Dort klauten sie ein weiteres Auto und flohen in Richtung Graubünden. Sie passierten schliesslich die Grenze nach Italien unbemerkt. Am 25. Oktober 2017 wurde das gestohlene Auto von der italienischen Polizei in Bologna (I) verlassen entdeckt. Von den knapp 150 gestohlene Luxus-Uhren fehlt bis heute aber jede Spur.

Urteil in einigen Wochen

Drei Jahre Gefängnis wegen bandenmässigen Diebstahl forderte die Staatsanwältin für den mittlerweile untergetauchten Angeklagten.

Der Verteidiger nahm den Räuber in Schutz. Er befand, dass sein Mandant lediglich wegen einfachen Diebstahls zu verurteilen sei und forderte deshalb ein milderes Strafmass. In einigen Woche soll das Urteil verkündet werden. Ob der Angeklagte bis dahin auf der Bildfläche wieder auftauch?

Übrigens: Die Mittäter des Mannes werden sich im Kanton Freiburg wegen weiterer Delikte verantworten müssen.

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