Hermès, Marc Jacobs: Luxus-Kinderkleidung mit Gift belastet
Aktualisiert

Hermès, Marc JacobsLuxus-Kinderkleidung mit Gift belastet

In Designer-Kinderkleidung stecken giftige Inhaltsstoffe, fand Greenpeace heraus. Zudem wurden Kleidungsstücke mit dem Label «Made in Italy» offenbar ausserhalb Europas produziert.

von
laf
Kinderjacke von Versace: Mit Bakterien versetzt.

Kinderjacke von Versace: Mit Bakterien versetzt.

Wer seine Kinder in Louis Vuitton oder Dior kleidet, will wohl nur das Beste für die Kleinen. Doch wie eine neue Untersuchung von Greepeace zeigt, schützt teuer nicht vor Unannehmlichkeiten. Die Organisation hat 22 Kleidungsstücke und fünf Paar Schuhe von Designermarken getestet. Unter die Lupe nahmen die Experten Dior, Dolce & Gabbana, Giorgio Armani, Hermès, Louis Vuitton, Marc Jacobs, Trussardi und Versace. Das Ergebnis: Bei allen Marken ausser Trussardi fanden die Umweltschützer Chemikalien, die teilweise die Hormone beeinflussen oder sogar krebserregend sind. Darunter befinden sich so genannte Nonylphenolethoxylate (NPE), Weichmacher, per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) sowie Antimon.

«Luxusmode mag exklusiv sein – sauber ist sie deswegen nicht», sagt Mirjam Kopp, Leiterin der Chemie-Kampagne von Greenpeace Schweiz. «Wir fordern auch die Luxusmarken auf, giftfreie Kleidung herzustellen und Kinder und Umwelt zu schützen.» Die höchste Konzentration von NPE (760 mg/kg) wurde in einem Ballerinaschuh von Louis Vuitton nachgewiesen, der in der Schweiz verkauft wurde. NPE baut sich in der Umwelt zu Nonylphenol ab, das hormonell wirksam ist. Ausserdem war der Ballerinaschuh stark mit der als krebserregend geltenden Perfluoroctansäure (PFOA) belastet.

Zweifel am Herstellungsort

Die höchste Konzentration von flüchtigen PFC enthielt eine wasserdichte Kinderjacke von Versace. Einige PFC können das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen. PFC reichern sich in der Umwelt und im Körper an.

Ausserdem erhebt Greenpeace Zweifel am Herstellungsort der Kleidung. Sieben der zwölf mit NPE kontaminierten Kleidungsstücke sind laut Etikette «Made in Italy». Doch aufgrund der Chemikalienkonzentration sei das gar nicht möglich, heisst es. «Die zum Teil sehr hohen NPE-Werte legen die Vermutung nahe, dass diese Kleidung teilweise ausserhalb Europas hergestellt wurde, da NPE in Europa und in der Schweiz in der Produktion strikt reglementiert sind», so Greenpeace.

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