Luxus reicht nicht mehr
Aktualisiert

Luxus reicht nicht mehr

Im sozialen Wettbewerb wird Status immer wichtiger. Klassischer Luxus reicht heute gemäss einer Studie nicht mehr. Stattdessen gewinnt der auf immateriellen Werten basierende Status an Bedeutung.

Diese Entwicklung schlage sich auch im Konsumverhalten nieder, hält die Studie des Gottlieb-Duttweiler-Instituts (GDI) fest. Es entstünden zunehmend neue Angebote, die Luxus und Komfort mit Wohltätigkeit und Nachhaltigkeit verbinden, heisst es im am Freitag veröffentlichten Bericht. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Umfrage in der Schweiz und Deutschland.

Im sich verschärfenden sozialen Wettbewerb sei es immer wichtiger, einen bestimmten Status zu erlangen und ihn auch halten zu können. Für Stress sorge dies, weil man sich immer weniger mit dem direkten Nachbarn vergleiche, sondern mit Prominenten jenseits der eigenen Statussphäre.

Ständig neue Anreize und Angebote sorgten für das gute Statusgefühl. Nachhaltig beeinflusst werde das heutige Statusdenken von der veränderten Umwelt mit ihren Problemen, aber auch von Visionen.

Stars aus der Welt des Films und auch der Wirtschaft lebten eine neue Form von Bewusstsein und Verantwortung vor. So werde für sparsame Autos und bewussteren Energieverbrauch geworben.

Um aber nicht auf Genuss, Privilegien und Luxus verzichten zu müssen, werde Reichtum und Moral kombiniert. So gebe es das WWF-zertifizierte Designer-Kleid und den exklusiven iPod, mit dessen Kauf man die Aidsbekämpfung unterstützt.

Interessante Männer und Freunde als «Trophäen»

Kinder seien wieder Statussymbole, ebenso wie der Gatte, der erfolgreich und interessant zu sein habe, heisst es im Bericht. Insbesondere bei kinderlos lebenden Personen würden die «Trophäen-Freunde» noch wichtiger.

Die Studie belegt aber auch, dass die Gesundheit nach wie vor ein wichtiges Statussymbol ist. Im starken Wachstum des privat finanzierten Gesundheitsmarktes komme das steigende Gesundheitsbewusstsein deutlich zum Ausdruck.

Voraussetzungen für Diskriminierungen

Durch die zunehmende Bedeutung von Klassenzugehörigkeit und Status seien auch die Voraussetzungen gegeben für Diskriminierungen. Mit Privilegien, Vorzugsbehandlung und Exklusivität werde der «gute Kunde» geködert und die Masse ferngehalten.

Dies ist allerdings gemäss den Autoren der Studie «eine nicht ungefährliche Strategie». Das gezielte Ausschliessen widerspreche nämlich dem heutigen Verständnis von Fairness und sozialer Nachhaltigkeit. Allgemein akzeptiert sei jedoch die künstliche Verknappung als «Exklusivität für alle». Als Beispiel erwähnt wird die limitierte Designerkollektion eines günstigen Modehauses. (sda)

Deine Meinung