Luxus-Sportler M6 & M5: «Villeneuve-Feeling» inklusive
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Luxus-Sportler M6 & M5: «Villeneuve-Feeling» inklusive

«Ich fühle mich wie ein Passagier», staunte Ex-F-1-Weltmeister Jacques Villeneuve im Sauber, «die Elektronik fährt das Auto, nicht ich.» Das kann einem im M6 und M5 von BMW auch passieren.

Seit 1978 der erste M1 die Hallen der M-GmbH verliess, ist «M» der Inbegriff deutscher Sportlichkeit. Mit dem neuen M6 und dem M5 haben die Bayern nun die 500-PS-Schallmauer durchbrochen: Die Luxus-Sportler sind mit zehn Zylindern und 507 PS unterwegs.

Wer bei solchen Kräften mit der Kupplung spielt, kann ein Vermögen – Kupplung oder Reifen – verbrennen. Doch diese Gefahr besteht nicht: M5 und M6 sind nur mit dem neuen Sieben-Gang-SMG Drivelogic zu ordern.

Mit diesem Wunderwerk der Technik kann der Fahrer zwischen dem vollautomatischen Modus oder sequenziellem Schalten mittels Schaltknauf oder Schalt-Paddels am Lenkrad wählen. Zudem können die M-Eigner die Schaltcharakteristik dem eigenen Fahrstil anpassen – elf verschiedene Schaltprogramme werden von SMG Drivelogic geliefert – und per Knopfdruck mal 107 PS ausschalten.

Das tönt und ist gut, macht aber am Anfang Mühe, denn die Schaltmanöver dauern subjektiv überraschend lange und wirken – vor allem unter Volllast – nicht BMW-typisch harmonisch. Und bis man die passende Einstellung gefunden hat, fährt das «Villeneuve-Feeling» mit. Und statt auf die Strasse konzentriert sich der Neuling im M5 und M6 auf den ersten Kilometern primär auf die «Playstation».

Wer sich aber die Zeit nimmt und das Auto genau erklären lässt, wird von BMW belohnt: Die Beschleunigung des M5 und M6 ist atemberaubend – in rund 4,2 Sekunden erreichen die beiden Luxus-Sportler Tempo 100. Dabei kommt keine Hektik auf, denn die beiden M-Klässler agieren so souverän und überlegen wie einst «Kaiser» Franz Beckenbauer bei seinen Sturmläufen.

Mitverantwortlich dafür ist das Aluminium-Fahrwerk mit elektronischer Dämpfer-Kontrolle, das sich auf Knopfdruck in drei Stufen verstellen lässt: Komfort, normal und Sport.

«Viel zu viel Klimbim», ärgerte sich ein Ferrari-Fahrer auf der Probefahrt mit dem M6. «Ich will reinsitzen und ohne vorherigen Computerkurs Gas geben können.»

Das funktioniert beim M6 und M5 nicht: Wer mit diesen Autos eine Beziehung eingehen will, muss sich die Zeit nehmen, die Autos kennen zu lernen. Denn der M6 und der M5 sind nicht für einen «One-Night-Stand» geeignet – aber für eine Ehe. Und das kostet, genau wie die BMWs auch.

Dieter Liechti/Textlab

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