Schlieren ZH: Luxusautos für 1,3 Mio. Franken gestohlen
Aktualisiert

Schlieren ZHLuxusautos für 1,3 Mio. Franken gestohlen

Das Bezirksgericht Dietikon hat am Montag zwei polnische Autodiebe zu teilbedingten Freiheitsstrafen von je drei Jahren verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Es war in der Nacht auf den 5. August 2010, als die polnischen Profidiebe in Schlieren zuschlugen. Die drei Männer brachen in das Büro der Firma Auto Züri West AG ein und nahmen zwei Fahrzeugschlüssel an sich. Kurz darauf starteten sie auf dem Firmengelände zwei Luxusautos der Marken BMW und Mercedes und brausten davon. Zuvor hatten die Täter die beiden Karossen mit deutschen Kontrollschildern versehen. Allerdings musste einer der Diebe schon nach wenigen hundert Meter den Mercedes zurücklassen. So hatte sich im Tank eine falsche Benzinsorte befunden.

Hingegen schafften es die Männer, den BMW nach Polen zu lenken.

Millionenbeute für Spottpreise an die Russenmafia verkauft

Bereits am 21. September 2010 organisierte die insgesamt fünfköpfige Bande ihren zweiten Coup. Erneut bei der Züri West AG in Schlieren, wo es den Polen gelang, gleich vier Luxusfahrzeuge der Marke Mercedes im Gesamtwert von über 300 000 Franken zu entwenden. Erstaunlich war dabei, dass die Täter ihre wertvolle Beute jeweils für Spottpreise an russische Mafiosi verscherbelten. In der Anklageschrift ist von Verkaufspreisen zwischen 4000 Euro und 6000 Euro die Rede.

Am 17. November tauchten die Osteuropäer im aargauischen Dintikon auf. Sie klauten dort drei exklusive Personenwagen. Darunter einen Porsche für 245 000 Franken.

Drei Jahre teilbedingt

Am 12. Januar 2011 waren die Profis letztmals erfolgreich. Sie konnten drei Vehikel für über 307 000 Franken in einer Schwyzer Garage namens Carstar AG in Schindellegi erbeuten. Nach dem Diebstahl setzten sie die Beute bei Breslau für 6000 Euro pro Wagen ab.

Am 1. März war aber Schluss. Die Polizei konnte zwei der führenden Köpfe festnehmen. Die beiden geständigen Mittdreissiger mussten sich am Montag im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Ihnen wurde das Stehlen von zwölf Fahrzeugen für insgesamt über 1,3 Millionen Franken angelastet.

Beide Polen wurden wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls sowie weiteren Nebendelikten zu teilbedingten Freiheitsstrafen von je drei Jahren verurteilt. Die Hälfte davon sollen sie jeweils absitzen. Sie wurden zudem verpflichtet, Schadenersatz zu leisten. Die beiden Prozesse gingen schnell über die Bühne, da sich die Parteien bereits vor den Verhandlungen geeinigt haben. Der Gerichtsvorsitzende Stephan Aeschbacher ergänzte, dass inzwischen auch die restlichen drei Bandenmitglieder verhaftet worden seien. Sie werden sich in anderen Verfahren verantworten müssen.

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