Muri BE – Luxusvilla von Mark Streit entwickelt sich zum Albtraum für Nachbarn
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Muri BELuxusvilla von Mark Streit entwickelt sich zum Albtraum für Nachbarn

Ärger wegen Mark Streits Traumhaus: Wegen einer missglückten Bohrung fliesst konstant Wasser den Hang hinunter und überschwemmt die umliegenden Gärten. Jetzt klagen die Nachbarn des Ex-Hockey-Profis.

von
Céline Meisel
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Die Luxusvilla von Mark Streit brachte viel Ärger in die Nachbarschaft. 

Die Luxusvilla von Mark Streit brachte viel Ärger in die Nachbarschaft.

Tamedia AG
Der ehemalige Eishockey-Profi wollte sich in Muri den Traum vom Eigenheim erfüllen. 

Der ehemalige Eishockey-Profi wollte sich in Muri den Traum vom Eigenheim erfüllen.

Marc Schumacher/freshfocus
Um sein Heim besonders nachhaltig zu gestalten, bohrte er ins Erdreich. Dabei wurde eine Höhle mit Grundwasser angebohrt. 

Um sein Heim besonders nachhaltig zu gestalten, bohrte er ins Erdreich. Dabei wurde eine Höhle mit Grundwasser angebohrt.

Tamedia AG

Darum gehts

  • Mark Streit baut sich eine Luxusvilla in Muri.

  • Nachhaltiges Wohnen ist ihm wichtig, deswegen bohrte er für eine Erdsonde – mit fatalen Folgen.

  • Jetzt klagen die Nachbarn und Nachbarinnen.

Die Luxusvilla von Mark Streit ist in guter Gesellschaft. Im noblen Halden-Quartier ist sie umgeben von den Häusern von Prominenten und der «Upperclass» Berns. Seine Villa hat nicht nur einen Koi-Teich, sondern auch einen Infinitypool und eine verglaste Fassade.

Mark Streit hatte bis jetzt jedoch wenig Zeit, seinen Koi-Teich zu geniessen. Denn: Sein Neubau ist mittlerweile Teil eines Rechtsstreits, wie der «Bund» berichtet. Es geht um einen folgenschweren Zwischenfall auf der Baustelle, um mutmasslich illegal ausgeführte Arbeiten und um Schäden in der Umgebung. Gegenüber der Zeitung «Bund» spricht Streit von einer «grossen Belastung für die Nachbarschaft und uns».

«Unser Garten ist kaputt»

Es hätte eine besonders nachhaltige Villa werden sollen. Der Ex-Sportler entschied sich vor ein paar Jahren für ein umweltfreundliches Heiz- und Kühl-System, welches auf Erdwärme basiert. Die Energie wird dabei über eine Sonde aus dem Erdreich gezogen. Im Frühling 2020 begannen die Bauarbeiten. Beim Bohren für die Erdsonde stiessen die Bauarbeiter jedoch auf eine unterirdische Höhle, vollgefüllt mit Grundwasser. Seitdem fliessen raue Mengen Grundwasser aus und durchtränken die Grundstücke in der Nachbarschaft.

Andreas F., ein Nachbar, sagt zum Bund: «Ein paar Wochen nach der Bohrung standen Teile unseres Gartens knöcheltief unter Wasser.» An der Grundstücksgrenze von Streit und der Mutter von Andreas F., die unterhalb von Streits Anwesen wohnt, fliesst jetzt ein kleiner Bach. «Alles ist abgestorben», so F. Die Pflanzen und Bäume seien mit der Zeit einfach umgekippt, derart versumpft sei das Gelände. «Unser Garten ist kaputt, nicht mehr benützbar.»

Weitere Anwohner und Anwohnerinnen berichten von sich wölbenden Terassenböden, von abgebrochenen Treppenstufen, von Stützmauern, die sich zu neigen beginnen. Einige haben als Notlösung auf eigene Kosten Sickerleitungen installieren lassen. Diese fangen einen Teil des Wassers auf und leiten es in die Kanalisation weiter. Es seien Zehntausende Liter pro Tag. Der Schaden belaufe sich auf über 300’000 Franken, sagt ein Hausbesitzer, der sich Offerte bei einer Gartenbaufirma eingeholt hat.

Nicht zugelassene Bohrungen

Das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern, AWA, befindet den Wasseraustritt als ungewöhnlich: «Einen solchen, mehrjährigen Wasseraustritt haben wir nach Erdwärme-Sondenbohrungen bisher noch nie beobachtet.» Seither sind dort Erdwärmesonden verboten, um weitere Wasseraustritte zu verhindern. Recherchen der Zeitung «Bund» zeigen, dass bei den Erdbohrungen nicht alles mit rechten Dingen zuging. «Der Zwischenfall ist uns erst Wochen später gemeldet worden», bestätigt das AWA. Dies, obwohl bei aussergewöhnlichen Vorkommnissen «der begleitende Geologe unverzüglich beizuziehen und das AWA zu informieren» sei.

Zusätzlich gibt es Vorwürfe, dass nicht für alle Bohrungen eine Erlaubnis vorlag. Zwei Bohrungen wurden abgesegnet, durchgeführt wurden drei.

Nachbarn reichen Strafanzeige ein

Teile der Nachbarschaft haben gegen Mark Streit, seinen Architekten, der selber in der Baukommission von Muri sitzt, und gegen die Bohrfirma Strafanzeige eingereicht. Währenddessen fliesst weiterhin Wasser aus, was Streit «einige schlaflose Nächte» bescherte. Die Nachbarn und Nachbarinnen wollen, dass das Leck im Untergrund bei einer Spezialbohrung abgedichtet wird. Ein solcher Eingriff hätte aber vermutlich zur Folge, dass die bestehenden Erdsonden von Mark Streit zerstört würden.

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