31.07.2016 12:24

PilotversuchLuzern hat jetzt eine Velostrasse

Die neuen blauen Verkehrsschilder stehen bereits: Ab August 2016 bis Mai 2017 sind die Bruch- und Taubenhausstrasse als Velostrassen signalisiert und markiert.

von
emi
Mit diesem neuen Verkehrsschild wird auf die Velostrasse hingewiesen.

Mit diesem neuen Verkehrsschild wird auf die Velostrasse hingewiesen.

Kein Anbieter/Stadt Luzern

Was in Holland seit den 80er Jahren und mittlerweile auch in Deutschland, Belgien, Österreich zum Alltag gehört, ist für die Stadt Luzern ein absolutes Neuland: Im Zuge eines nationalen Pilotversuchs des Bundesamtes für Strassen (Astra) verwandeln sich zwei Luzerner Strassen für zehn Monate lang in sogenannte Velostrassen.

Vortritt auch gegenüber Bussen

Diese sind gegenüber einmündenden Quartierstrassen vortrittsberechtigt und ermöglichen den Velofahrern eine zügige und sichere Fahrt. Ein solches Regime mache wichtige Quartierverbindungen attraktiver, schreibt die Stadt Luzern am Freitag in einer Mitteilung.

«Die Velostrasse ist 1.9 Kilometer lang und führt durchgehend durch die Taubenhausstrasse bis zur Bruchstrasse», sagt Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität. Dieser Abschnitt eigne sich sehr gut, da der Anteil an Velofahrerinnen und -fahrer am Gesamtverkehr heute schon zum Teil deutlich über 50 Prozent liege und die beiden Strassen die vom Astra definierten Voraussetzungen einwandfrei erfüllen.

Gelbe Velopiktogramme als neue Signale

Um die Velostrassen abschliessend beurteilen zu können, werden die Pilotversuche in Tempo-30-Zonen durchgeführt. Getestet werde der Einfluss dieses neuen Verkehrsregimes auf die Verkehrssicherheit, die Qualität, auf den Komfort und auf dessen Akzeptanz. «Mit grossen gelben Velopiktogrammen auf dem Boden erhalten die Velofahrer eine zusätzliche optische Komfortsteigerung, sodass auch Autofahrer erkennen können, dass auf dieser Strasse viele Velofahrer unterwegs sind», so Urwyler. Durch die neuen Signale werden Kreuzungen, bei denen bisher Rechtsvortritt galt, mit Tafeln wie «kein Vortritt» oder «Stopp» versehen.

Regelmässige Untersuchungen

Im Verlauf des Projekts werde die Stadt strenge und umfassende Untersuchungen durchführen: «Dazu werden Autofahrer, Velofahrer, Fussgänger und Quartieranwohner befragt. Es folgen auch etliche Geschwindigkeits- und Videoaufnahmen, die im Anschluss ausgewertet werden», sagt Urwyler.

Was ist aber mit jenen, die mit ihren Zweiräder über die Velostrasse mit zu hoher Geschwindigkeit flitzen? «Die Tempobeschränkung von 30 Kilometern pro Stunde gilt für alle, also auch für Velofahrer.» Übrigens: Der Vortritt gilt auch gegenüber Bussen. Auf die Vortrittsberechtigung der Fussgänger hat der Pilotversuch allerdings keine Auswirkung.

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