Pläne des Militärs: Luzern reklamiert beim Bund wegen Fluglärm
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Pläne des MilitärsLuzern reklamiert beim Bund wegen Fluglärm

Die Bevölkerung rund um Emmen leidet schon lange unter dem Lärm der Jets. Weil die Belastung jetzt gar zunehmen könnte, hat der Kanton endgültig genug.

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Die Luzerner Regierung befürchtet, dass in Emmen künftig mehr Militärjets starten könnten. Dies, weil der Militärflugplatz Sitten bis 2021 geschlossen werden soll.

Die Luzerner Regierung befürchtet, dass in Emmen künftig mehr Militärjets starten könnten. Dies, weil der Militärflugplatz Sitten bis 2021 geschlossen werden soll.

Keystone/Christian Beutler
Rund 3600 Flugbewegungen sollen deshalb auf die Flugplätze Emmen, Meiringen und Payerne verteilt werden. Die Luzerner Regierung fordert vom Bund, dass die Lärmbelastung in der Region nicht zunimmt.

Rund 3600 Flugbewegungen sollen deshalb auf die Flugplätze Emmen, Meiringen und Payerne verteilt werden. Die Luzerner Regierung fordert vom Bund, dass die Lärmbelastung in der Region nicht zunimmt.

Keystone/Gaetan Bally
Auch die Patrouille Suisse nutzt Emmen als Flugplatz.

Auch die Patrouille Suisse nutzt Emmen als Flugplatz.

Keystone/Gaetan Bally

Im Kanton Luzern läuten die Alarmglocken. Dies, weil der Militärflugplatz Sitten bis 2021 geschlossen werden soll und dies Auswirkungen auf Emmen haben wird.

Nun meldet sich der Luzerner Regierungsrat zu Wort: «Mit der Aufhebung des Flugplatzes Sion dürften sich die lärmintensiven Jet-Flugbewegungen künftig auf die drei verbleibenden Militärflugplätze – unter anderem auf den Flugplatz Emmen – verteilen», heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Dabei gehe es um jährlich rund 3600 Flugbewegungen. Wie die Flüge aufgeteilt werden, steht jedoch derzeit noch nicht fest.

Für den Regierungsrat ist klar: Die Lärmbelastung durch den Flugplatz Emmen darf das heutige Mass nicht übersteigen und der Status als Ausweichflugplatz soll beibehalten werden. Zudem fordert er, dass «eine minimale Pistensperre von vier Wochen im Sommer, teilweise während der Sommerschulferien, eingehalten wird.» Der Flugbetrieb soll zudem während zweier zusätzlicher Wochen reduziert abgehalten werden.

«Bevölkerung jetzt schon am Anschlag»

Über die Schützenhilfe des Kantons freut sich der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen: «Eine weitere Zunahme des Lärms ist nicht mehr zumutbar», sagt Präsident Luzius Hafen. Das Gebiet rund um den Flugplatz sei zu dicht besiedelt für einen Ausbau der Flugbewegungen.

Der Schutzverband befürchtet, dass sich die Zahl der Flüge gar verdoppeln könnte. «Die Bevölkerung ist jetzt schon am Anschlag», sagt Hafen. Besonders gross sei die Belastung jeweils im Sommer: «Im letzten August gab es deutlich mehr und auch heftigere Reaktionen in der Bevölkerung als in den Jahren davor.» In den vergangenen Monaten habe es beim Verband deswegen auch einen verstärkten Zulauf an Mitgliedern gegeben. «Die Anwohner haben genug», so Hafen. Auch beim Verband hatte man gefordert, dass Emmen ein Ausweichflugplatz bleibt und die Flüge nicht zunehmen.

VBS hüllt sich noch in Schweigen

Beim Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat man die Stellungnahme des Kantons zur Kenntnis genommen. «Wir werden voraussichtlich im Februar den Kanton und die umliegenden Gemeinden noch einmal über den aktuellen Stand informieren», heisst esauf Anfrage. Danach werde auch die Öffentlichkeit informiert. Weitere Informationen könne man zurzeit jedoch nicht abgeben.

(sda)

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