Aktualisiert 15.01.2015 17:34

Reusstal

Luzern rüstet auf gegen Hochwasser

Im Kanton Luzern soll der Hochwasserschutz entlang der Reuss erhöht werden. Wenn nötig, auch mit Landenteignungen.

von
pz
2005: Hochwasser der Reuss bei Perlen.

2005: Hochwasser der Reuss bei Perlen.

Die Luzerner Regierung will auf einem 13 Kilometer langen Flussabschnitt von Emmenbrücke bis Honau entlang der Reuss den Hochwasserschutz verbessern. Vorgesehen sind Kosten von 167 Millionen Franken. Das Projekt sieht vor, dass im oberen Teil des Abschnittes die Dämme neu aufgebaut, erhöht und verstärkt werden. Ab dem Schiltwald soll der Fluss mehr Platz erhalten.

Risiko einer Überschwemmung vermeiden

Der Hochwasserschutz und die Renaturierung der Reuss zählen zu den wichtigsten Projekten im Kanton Luzern, sagte der Luzerner Regierungsrat Robert Küng am Donnerstag an einer Medienkonferenz. Es handle sich um einen massiven landschaftlichen Eingriff ins Reusstal. Doch der Ausbau sei nötig, weil die Schutzbauten aus dem 19. Jahrhundert den heutigen Anforderungen nicht mehr genügten, so der Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor. Die Regierung wolle das Risiko einer Überschwemmung des Reusstals vermeiden. Das nun in die Vernehmlassung geschickte Projekt «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» sei eine Folge des Hochwassers von 2005. Das Reusstal habe sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen Arbeits- und Wohnregion entwickelt, schreibt die Staatskanzlei. Würde einer der alten Dämme bei einem Hochwasser brechen, hätte dies verheerende Folgen.

Enteignungen möglich

Für das Vorhaben wird zusätzliches Land benötigt; laut Albin Schmidhauser, Leiter für Naturgefahren handelt es sich um je 28 Hektaren Wald und Landwirtschaftsfläche. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen seien im Eigentum von 21 Landwirtschaftsbetrieben, der Wald gehöre 17 Eigentümern. Bei den Waldeigentümern handle es sich aber mehrheitlich um Erbengemeinschaften, so dass sich das Eigentum insgesamt auf rund 400 Personen verteilt. Ihnen will der Kanton Luzern Land abkaufen und wo möglich Ersatzland anbieten.

«Wir sind mit den betroffenen Personen im Gespräch und suchen nach Lösungen, die für sie tragbar sind», so Schmidhauser. Im schlimmsten Fall sehe das Gesetz auch Enteignungen vor. Die Grundeigentümer hätten aber bisher sehr positiv auf das Projekt reagiert. Durch frühzeitiges Informieren und Orientieren können diese ihre Interessen miteinfliessen lassen. (pz/sda)

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