Luzern soll viertgrösste Stadt werden
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Luzern soll viertgrösste Stadt werden

Um der relativen Bedeutungslosigkeit zu entkommen, soll Luzern durch Fusionen zur viertgrössten Schweizer Stadt mit 140 000 Einwohnern werden.

Die am Freitag vorgestellte Studie, die Stadt und Kanton Luzern in Auftrag gegeben haben, geht davon aus, dass die Zusammenschlüsse binnen zehn Jahre zu vollziehen sind. Es handle sich nicht um eine Vergrösserung der Stadt, sagte Studienautor Alain Thierstein von Ernst Basler & Partner. Ziel sei es, dass die Region Luzern die Herausforderungen vereint meistern könne.

Die Vereinigte Stadtregion Luzern soll gemäss der Studie aus den Gemeinden Luzern, Adligenswil, Ebikon, Emmen, Horw, Kriens und Littau bestehen. Damit würden 42 Prozent der Kantonsbevölkerung in der Stadt Luzern wohnen. Meggen wurde nicht miteinbezogen. Sein Status als Luzerner Steueroase soll nicht gefährdet werden.

Die betroffenen Gemeinden waren am Donnerstag über das Ergebnis der Studie informiert worden. Sie hätten mehrheitlich vorsichtig zurückhaltend reagiert, sagte Regierungsrätin Yvonne Schärli.

Starke Emotionen

Gemäss Thierstein führten die Gemeinderäte, als sie für die Studie befragt wurden, vor allem emotionale Argumente gegen eine Fusion mit Luzern an. Handlungsbedarf für einen Zusammenschluss wurde weniger gesehen. Wichtig für ein Gelingen sei, dass Luzern den umliegenden Gemeinden auf gleicher Augenhöhe begegne, sagte er.

Signalwirkung wird von allen Beteiligten der für Juni 2007 angesetzten Abstimmung über den Zusammenschluss von Luzern mit der Vorortsgemeinde Littau zugesprochen. Diese Fusion, wenn sie denn zustande kommt, wird allgemein nur als erster Schritt angesehen.

Stadt und Kanton erhoffen sich von einer grossen Stadt, dass die Region Luzern im Standortwettbewerb mehr Gewicht erhält. Auch wird eine Vereinfachung der Strukturen und Prozesse erwartet. Sie sei befriedigt, dass die Studie dies bestätige, sagte Schärli.

Zwei Modelle geprüft

Die Studie, an der auch die Technische Universität München, Architekten sowie Raum- und Landschaftsplaner beteiligt waren, untersuchte zwei Szenarien: Die Beibehaltung der heutigen kleinräumigen Strukturen sowie die Schaffung einer Stadtregion.

Demnach müssen mit den alten Strukturen Doppelspurigkeiten, eine Verzettelung der Kräfte und eine Zersiedelung in Kauf genommen werden - keine optimalen Voraussetzungen, um Luzern am Rande der Metropolregion Zürich zurück auf die Landkarte zu bringen.

Dagegen hat ein fusioniertes Gross-Luzern eine stärkere Stimme im Wettbewerb der Städte. Vor allem kann es aber die die Region betreffenden Anliegen gemeinsam angehen und gemeinsam über diese entscheiden.

Investition in die Zukunft

Potenzial sieht die Studie vor allem für die im Seetalplatz mündenden Achsen, die auf die Gemeinden Luzern, Littau und Emmen entfallen. Eine wichtige Rolle spielt auch das Landschaftbild der Region mit seinen grünen Hügelkuppen.

Die Vereinigung der sieben Gemeinden verursacht zwar Kosten. Die Neugestaltung der Region müsse aber als Investition in die Zukunft betrachtet werden, sagte Thierstein. Schärli sagte, man müsse nicht nur bei der AHV an die nächste Generation denken.

Die Studie fliesst nun in einen Planungsbericht ein, den das Kantonsparlament im März behandeln soll. In einem weiteren Planungsbericht will der Regierungsrat zudem darlegen, wie die Zukunft in der Landschaft gestaltet werden soll.

(sda)

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