Trotz knappem Gut: Luzern testete 450 Impfdosen an Polizisten und Feuerwehrleuten
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Trotz knappem GutLuzern testete 450 Impfdosen an Polizisten und Feuerwehrleuten


Der Kanton Luzern hat das Impfzentrum auf der Allmend in Luzern einem grossangelegten «Stresstest» unterzogen, bevor es in Betrieb genommen wurde.

von
Daniela Gigor
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Das Impfzentrum auf der Luzerner Allmend in der Messehalle. 

Das Impfzentrum auf der Luzerner Allmend in der Messehalle.

dwi/20 Minuten
450 Angehörige der Polizei und der Feuerwehr konnten sich im Kanton Luzern bei einem Testlauf bereits erstmals gegen Covid impfen lassen. (Symbolbild)

450 Angehörige der Polizei und der Feuerwehr konnten sich im Kanton Luzern bei einem Testlauf bereits erstmals gegen Covid impfen lassen. (Symbolbild)

tk
50 weitere Portionen wurden Gesundheitsfachpersonen und Angehörigen des Zivilschutzes gespritzt, die im Impfzentrum arbeiten, teilte der Kanton auf Anfrage mit. (Symbolbild)

50 weitere Portionen wurden Gesundheitsfachpersonen und Angehörigen des Zivilschutzes gespritzt, die im Impfzentrum arbeiten, teilte der Kanton auf Anfrage mit. (Symbolbild)

imago images/Georg Ulrich Dostmann

Darum gehts

  • Der Kanton Luzern organisierte einen Testlauf mit Corona-Impfungen.

  • Getestet wurden 450 Freiwillige der Polizei und der Feuerwehr.

  • Hauptzweck: die Überprüfung der Abläufe im Impfzentrum.

  • Auch in Zug wurde vor Inbetriebnahme des Impfzentrums getestet, allerdings an Risikogruppen.

«Prioritär geimpft werden besonders gefährdete Personen, also ältere und Menschen mit Vorerkrankung. Insgesamt wurden bisher 11’240 Personen im Kanton Luzern geimpft. In zweiter Priorität das Gesundheitspersonal und Menschen, die mit besonders gefährdeten Personen zusammenleben»: So steht es in der Impfstrategie des Bundes im Kampf gegen Corona. Im Kanton Luzern haben aber dennoch bereits hunderte andere Personen als die genannten den Anti-Corona-Pieks erhalten. Konkret wurden in Luzern nebst bisher 10’000 Menschen aus den Risikogruppen auch 450 Personen der Feuerwehr und der Polizei geimpft: Grund dafür war ein Testlauf vor der Inbetriebnahme des Impfzentrums auf der Allmend in Luzern, wie der «Seetaler Bote» berichtete. Diese Aktion fand am Samstag, 16. Januar im Impfzentrum in der Messe Luzern statt, drei Tage, bevor das Impfzentrum für die vorgesehene erste Personengruppe seine Türen öffnete.

Polizisten und Feuerwehrleute konnten sich freiwillig melden

Die 450 Angehörigen der Feuerwehr und der Polizei hätten sich auf Anfrage freiwillig gemeldet, um sich für den Testlauf zu registrieren, teilte der Kanton auf Anfrage von 20 Minuten mit. «Der Testlauf diente in erster Linie der Überprüfung der Abläufe im Impfzentrum auf dem Areal der Messe Luzern und um Lehren für das Impfzentrum Willisau ziehen zu können. Gleichzeitig nutzten wir die Gelegenheit, Mitarbeitende in Berufsfeldern, die bei ihrer Arbeit sehr exponiert sind, mit einer Impfung zu schützen», schreibt David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport, auf Anfrage von 20 Minuten.

In Zug wurde, anders als in Luzern, der Testlauf ebenfalls mit Risikopatienten durchgeführt, allerdings im kleineren Stil (siehe Box). In Luzern entschied man sich anders: «Wir haben uns bewusst gegen einen Testlauf mit Risikopatienten entschieden, da Angehörige der Polizei und Feuerwehr im Falle von Problemen beim Testlauf Verständnis und Erfahrung mit Testläufen haben.» Dürr verwies weiter darauf, dass bei Testläufen Probleme nicht hätten ausgeschlossen werden können.

Die Öffentlichkeit wurde nicht über Test informiert

Die Öffentlichkeit wurde über diesen Testlauf vom Kanton nicht aktiv informiert. Warum dies nicht gemacht wurde, beantwortet Dürr so: «Es handelte sich um einen internen Stresstest, in dessen Rahmen vorgängig wertvolle Erfahrungen für den Impfstart gesammelt werden konnten. Mit diesen Erfahrungen konnten direkt Unzulänglichkeiten behoben werden.» Entsprechend gut sei der offizielle Start im Impfzentrum auf dem Areal der Messe Luzern am 19. Januar 2021 verlaufen. «Unzählige positive Rückmeldungen bestätigen dies», so Dürr weiter.

Zug testete mit Personen aus Risikogruppen

Auch in anderen Kantonen wurden Testläufe in den Impfzentren durchgeführt. Wie der Seetaler Bote unter Berufung auf die Gesundheitsdirektion berichtete, wurden dort diese Tests mit Personen aus Risikogruppen durchgeführt: «In den ersten Tagen haben wir nur etwa 50 bis 100 Impfungen durchgeführt und geprüft, ob alles funktioniert.» Derzeit würden pro Tag 380 Personen gegen das Coronavirus geimpft. Die Impfung von Angehörigen der Polizei oder Feuerwehr sei derzeit kein Thema, hiess es bei der Zuger Gesundheitsdirektion. «Wir halten uns an die Impfstrategie des Bundes und impfen in der ersten Phase nur Personen ab 75 Jahren.»

Keine Testläufe gab es hingegen im Kanton Schwyz. «Ab dem 23. Dezember wurden Bewohner von Alters- und Pflegeheimen geimpft und dabei wurde gut gearbeitet. Somit hat sich eine Testlauf erübrigt», sagt Roland Wespi, Vorsteher Amt für Gesundheit und Soziales auf Anfrage. Der Kanton Schwyz halte sich an die Impfstrategie des Bundes. Im Klartext werden in der ersten Phase 75-Jährige und Personen mit Vorerkrankungen von höchstem Risiko geimpft. Diese werden seit dem 15. Januar in den Impfzentren an den Spitalstandorten Schwyz, Einsiedeln und Lachen durchgeführt.

Hier erfahren Sie, wie die Zentralschweiz Kantone impfen

Zum Kanton Luzern gibt es die Infos hier.

Zum Kanton Schwyz gibt es die Infos hier.

Zum Kanton Zug gibt es die Infos hier.

Zum Kanton Nidwalden gibt es die Infos hier.

Zum Kanton Obwalden gibt es die Infos hier.

Zum Kanton Kanton Uri gibt es die Infos hier.

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