Desolat: Luzern-Trainer Fringer hässig, wie verrückt

Aktualisiert

DesolatLuzern-Trainer Fringer hässig, wie verrückt

Luzern bleibt das statistisch schwächste Team der Rückrunde. Nach dem letzten Erfolgserlebnis gegen Bellinzona (3:2) präsentieren sich die Zentralschweizer eine Runde später uninspiriert und blutleer.

von
Eva Tedesco
Luzerns Sava Bento hat im Duell gegen Toko das Nachsehen, wie das gesamte Team von Rolf Fringer gegen GC. (Keystone/AP)

Luzerns Sava Bento hat im Duell gegen Toko das Nachsehen, wie das gesamte Team von Rolf Fringer gegen GC. (Keystone/AP)

Es kostet Rolf Fringer viel Kraft sich an der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen GC zu beherrschen und achtet extrem auf seine Wortwahl, um aus der Emotion heraus nichts Unbedachtes zu sagen. Der FCL-Trainer ist sauer. «Hässig, wie verrückt», nennt er es. «Wir haben im Letzigrund eine ganz grosse Chance verpasst. Das war ein ganz dünne Leistung.» Der Österreicher muss sich zwischen den Antworten sammeln. «GC ist günstig zu zwei Toren gekommen, aber das hat nur zu unserem Auftritt gepasst.» Natürlich sei er über die Niederlage verärgert, aber die «Art und Weise» mache ihn erst so richtig sauer.

Nicht zu Unrecht. Der Auftritt der Pilatus-Kicker war blutarm, harmlos und uninspiriert. Ein Beispiel? Zverotic schickt Ferreira steil Richtung GC-Strafraum. Der Portugiese wähnt sich sowieso schon im Offside und macht keinen Wank in Richtung Ball, sondern spaziert locker zurück ins Mittelfeld. Nur gut, dass die kurzen Hosen keine Taschen haben, sonst hätte er womöglich noch seine Hände in die Taschen gesteckt beim Schlendern. Von einer Abseitsstellung keine Spur. Und wenn, bleibt ein Kämpfer nicht einfach stehen, sondern reizt jede Möglichkeit aus. Generell machte der FCL den Eindruck, als könne man kaum das Saisonende erwarten.

«Vom Reden allein kommt nichts»

«Wir haben schlecht gespielt», gibt Claudio Lustenberger zu, «GC ist einfach einen Tick schneller gewesen im Kopf.» Oder auch zwei oder drei. Der Verteidiger habe zwar in der zweiten Halbzeit eine kleine Verbesserung im Spiel der Luzerner erkennen können. Und die Untertreibung des Jahres: «Wir haben nicht alles aus uns herausgeholt.» Er wolle keinem Teamkollegen unterstellen, dass er nicht alles gegeben habe, antwortet er auf die Vorwürfe über fehlenden Willen, räumt dann aber ein: «Vom Reden allein kommt nichts.»

Auf Einzelkritik wollte Fringer nicht eingehen. Aber auf Nachfragen zur schwachen Performance von Hakan Yakin und ob er sich nicht mehr von seinem Captain erwarte, sagt Fringer: «Natürlich würden wir uns mehr von ihm erwarten und, dass er der Mannschaft wieder einmal etwas gibt.» Dann merkte Fringer, dass es langsam mit seiner Kontrolle zu Ende geht. Der FCL-Trainer stand abrupt auf, sagt «ich will nicht mehr weiter reden» und geht.

Hoffen auf Sittener Cup-Sieg

Vom Wintermeister, der in der Vorrunde mit seiner frischen und frechen Spielweise alle überrascht hat, ist nichts mehr zu erkennen. In der Rückrunde konnte der FCL lediglich 3 von 13 Spielen gewinnen. Der Kampf um einen Europacup-Platz ist in dieser Verfassung illusorisch und man fragt sich, ob es überhaupt Sinn macht, auf einen Cupsieg der Sittener zu hoffen, damit der FCL noch ins internationale Geschäft rutscht. In der derzeitigen Verfassung, würde sich nicht einmal der Aufwand dafür lohnen. Aber auch für Feriengefühle ist es noch zu früh – schliesslich sind noch fünf Runden zu spielen und 15 Punkte zu holen. Und der Rückstand auf das Drittplatzierte YB beträgt nur vier Punkte. Auf den FC Sion (spielt am Sonntag gegen den FCB) und Rang 4 sind es nach Verlustpunkten sogar nur zwei.

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