Fasnacht: Luzern verbietet Techno-Disco an der Reuss
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FasnachtLuzern verbietet Techno-Disco an der Reuss

Die Techno-Disco an der Luzerner Fasnacht gibts schon seit 15 Jahren. Nun droht die Stadt mit Anzeige: Beschallung öffentlichen Grunds sei für alle verboten.

von
Martin Messmer

Sie zog jeweils tausende junge Fasnächtler unter die Egg, die Disco mit Live-Percussionist der Kleiderboutique Rolls Reuss. Damit ist nächste Fasnacht Schluss: «Wir haben von der Stadt einen Brief erhalten, dass dies nicht mehr toleriert wird», sagt Laden-Inhaber Ishan Bose-Erni. Begründet sei dies mit «Nichteinhalten von Auflagen, da wir mit unserer Musikanlage öffentlichen Grund nutzen würden und die Beschallung in direktem Zusammenhang mit unserem Verkaufsstand stehe», so Bose.

«Wir machen das doch schon seit 15 Jahren!»

Bereits letzte Fasnacht sei ihm die Beschallung des Vorplatzes untersagt worden, wofür die Stadt eine Verwarnung ausgesprochen habe. Die Stadt habe im Falle einer erneuten Zuwiderhandlung mit einer Strafanzeige gedroht. Bose sagt dazu: «Wir betreiben den Anlass in dieser Form doch schon seit über 15 Jahren!» Eine neues Gesuch für die nächste Fasnacht werde er nicht einreichen. Er habe die Open-Air-Disco auch mit dem Ziel gegründet, wieder vermehrt junge Leute an die Fasnacht zu locken. Dass eine Techno-Disco an der Fasnacht polarisiere, sei klar, aber: «Ohne solche Anlässe würde eine Generationen Fasnächtler wegbrechen.» Jetzt ist er enttäuscht: «Wir haben die Disco mit viel Herzblut gemacht, das war Knochenarbeit, und wir haben viel investiert.» Hätte er rein auf den Kommerz geschielt, «wären wir mit Wurstständen vor unseren weiteren Läden in der Altstadt besser gefahren.» Er bedauert, dass man keinen Konsens gefunden habe.

Beschallungsverbot gilt für alle

Die Stadt bestätigte, dass «die Bewilligung der Gastgewerbe- und Gewerbepolizei die Beschallung des öffentlichen Raums untersagt». Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, betont jedoch, dass dieses Vorgehen keine neue Beurteilungspraxis sei. Und: «Es ging nicht um eine Intervention gegen den Musikstil. Die Fasnacht ist für alle da. Im Zusammenhang mit der Bewilligung für eine Fasnachtsbar geht aber ein Bühnenbau und die Beschallung öffentlichen Grundes zu weit.» Lütolf sagt weiter, dass dies auch für alle anderen Geschäfte in der Stadt gelte.

Die Stadt hat auch die Beizenfasnacht unter die Lupe genommen: So toleriert sie das Chalet vor dem Bistro du Théâtre sowie das Zelt vor dem Restaurant Ente nicht mehr (20 Minuten berichtete.) Die Stadt begründete dies vor allem mit Sicherheitsfragen. Die User von 20 Minuten kommentierten dies kontrovers: «Der Stapi kann ja die Fasnacht gleich verbieten», kommentierte einer. Jemand anders schrieb: «Gut so, die Luzerner Fasnacht findet auf den Gassen statt und nicht in Festhütten statt.»

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