«Ich musste weinen»: Luzerner Comedian fühlt sich von seiner Bank rassistisch beleidigt
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«Ich musste weinen»Luzerner Comedian fühlt sich von seiner Bank rassistisch beleidigt

Der Luzerner Comedian Johnny Burn hat einen unangenehmen Vorfall in seiner Bank erlebt. Das lässt er nicht auf sich sitzen.

von
Martin Messmer
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Johnny Burn (41) ist Komiker,  Vater und Schweizer.

Johnny Burn (41) ist Komiker, Vater und Schweizer.

Facebook Johnny Burn
Normalerweise kennt man ihn so: Lachend als Komiker auf einer Bühne.

Normalerweise kennt man ihn so: Lachend als Komiker auf einer Bühne.

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Doch ein Vorfall auf seiner Bank in Luzern habe ihn zum Weinen gebracht. Eine Mitarbeiterin habe zu ihm gesagt, als er statt seiner vergessenen Identitätskarte nur einen Führerausweis habe vorweisen können, als er ein Konto eröffnen wollte: «Sie sehen nicht wie ein Schweizer aus und ihr Name tönt auch nicht schweizerisch.»

Doch ein Vorfall auf seiner Bank in Luzern habe ihn zum Weinen gebracht. Eine Mitarbeiterin habe zu ihm gesagt, als er statt seiner vergessenen Identitätskarte nur einen Führerausweis habe vorweisen können, als er ein Konto eröffnen wollte: «Sie sehen nicht wie ein Schweizer aus und ihr Name tönt auch nicht schweizerisch.»

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Darum geht es

  • Johnny Burn fühlt sich wegen seiner Hautfarbe und seines Names von einer Bank-Mitarbeiterin diskriminiert.
  • Sie habe ihm gesagt: «Sie sehen nicht wie ein Schweizer aus und ihr Name tönt auch nicht schweizerisch.»
  • Der Vorfall habe ihn emotional stark belastet, sagt der Luzerner Komiker.

«Ich war im Zug, als mir die Tränen kamen»: Den Luzerner Komiker Johnny Burn kennt man lachend. Doch nachdem er in seiner Bank rassistisch beleidigt worden sei, übermannten ihn die Tränen. In einem Post, den er am Montagabend auf Facebook verbreitete, schildert Burn, was ihn genau zum Weinen brachte. «Ich dachte daran, dass ich seit 41 Jahren hier lebe, hier aufgewachsen, zur Schule gegangen bin, studiert, unterrichtet, gearbeitet habe, all meine Geburtstage hier gefeiert habe. Aber dass ich offenbar trotzdem noch immer nicht Schweizer genug bin.»

«Es tönt vielleicht ein bisschen rassistisch, aber sie sehen nicht aus wie ein Schweizer»

Es begann damit, dass er auf seiner Bank in Luzern, wo er schon ein Privatkonto hat – um welche Bank es sich handelt, teilt er auch auf Nachfrage von 20 Minuten nicht mit – persönlich habe erscheinen müssen, für die Eröffnung eines Geschäftskontos von ihm und zwei Partnerinnen. «Ich sollte dort eigentlich nur kurz hin, um mich auszuweisen.» Als er das mit seinem amtlich beglaubigten Führerschein habe tun wollen, sei dieser von der Bankmitarbeiterin nicht akzeptiert worden. Es brauche eine ID oder einen Pass, so die Frau. Und dann habe sie ihm gesagt: «Es tönt ein bisschen rassistisch. Sie sehen nicht wie ein Schweizer aus und ihr Name tönt auch nicht schweizerisch.»

Burn sagt weiter: «Ich bestand darauf, dass der Führerschein amtlich ist und meine Bankkarte von derselben Bank sei.» Seine Identitätskarte – Burn ist Schweizer und heisst mit bürgerlichem Namen Mav Bun –, habe er nicht dabei gehabt. «Wenn das Problem wirklich ist, dass ich dieses Bankgeschäft nur mit meiner ID hätte erledigen können, dann hätte mir die Frau das so sagen können ohne den Spruch, ich sehe nicht wie ein Schweizer aus», so der Komiker.

«Ich sehe sehr wohl wie ein Schweizer aus»

Burn schreibt weiter: «Inzwischen brodelte es dann doch so in mir, dass ich mir nicht verkneifen konnte nachzuschieben, dass ich sehr wohl wie ein Schweizer aussehe und fragte die Dame, ob denn ein amtlich beglaubigter Führerausweis bei einem noch mehr schweizerisch Aussehenden gereicht hätte.»

Schliesslich habe die Mitarbeiterin der Bank ihren Vorgesetzten geholt, berichtet Burn weiter. Mit diesem habe er sich dann in ein Zimmer begeben. Nach einem Moment der «skurrilem Stille» habe er ihm gesagt: «Wir entschuldigen uns für den Vorfall und werden schauen, dass so etwas nicht mehr vorkommt.» Burn schreibt in seinem Post, es habe ihn erstaunt, wie der Vorgesetze so schnell im Bilde gewesen sein könne, was am Schalter passiert sei und was die Frau zu ihm gesagt habe. Burn vermutet deshalb: «Ich war verdutzt. Nein, ich war verblüfft. Mir dämmerte, dass es sich um eine Floskel handelte.»

Jetzt bekommt der Bank-CEO Post von Johnny Burn

Passiert ist der Vorfall am letzten Dienstag. Später habe sich zwar ein Mitarbeiter der Bank bei ihm gemeldet mit dem Ziel, sich zu entschuldigen. Burn nahm das Telefon aber nicht ab. «Ich war emotional nicht dazu in der Lage.» Der Bank-Mitarbeiter habe sich dann in einer Combox-Nachricht für den Vorfall entschuldigt.

Gleichwohl will Burn dem CEO der Bank noch eine Mail schreiben. Denn: «Ich will, dass sich in unseren Köpfen etwas ändert. Und zwar jetzt und nicht erst morgen, wenn sich unsere Gesellschaft gespalten hat. Dafür liebe ich meine Heimat, die Schweiz, zu sehr!»

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