20.11.2020 04:57

Sieben Millionen Franken veruntreutLuzerner Gericht schickt 75-jährige Frau hinter Gitter

Eine Seniorin muss ins Gefängnis, weil sie Darlehen von rund sieben Millionen Franken nicht wie vereinbart eingesetzt hat, nachdem sie selber Opfer eines Vorschussbetrugs geworden war. Das Luzerner Kriminalgericht hat sie wegen mehrfachen Betrugs verurteilt.

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Meistens in bar hat eine 75-jährige Frau rund sieben Millionen Franken erhalten, die sie veruntreute. (Symbolbild)

Meistens in bar hat eine 75-jährige Frau rund sieben Millionen Franken erhalten, die sie veruntreute. (Symbolbild)

KEYSTONE/ALESSANDRO CRINARI
Darum stand die Frau vor dem Kriminalgericht in Luzern. (Symbolbild)

Darum stand die Frau vor dem Kriminalgericht in Luzern. (Symbolbild)

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Wegen mehrfachen Betruges und Veruntreuung verurteilte das Luzerner Kriminalgericht die Frau nun zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Davon muss sie zehn Monate hinter Gittern absitzen. (Symbolbild)

Wegen mehrfachen Betruges und Veruntreuung verurteilte das Luzerner Kriminalgericht die Frau nun zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Davon muss sie zehn Monate hinter Gittern absitzen. (Symbolbild)

Keystone

Darum gehts

  • Eine 75-jährige Frau ist laut eigenen Aussagen mehrere Jahre Vorschussbetrügern aufgesessen.

  • Die Betrüger hätten sie immer wieder mit neuen Forderungen dazu gedrängt, Geld in Millionenhöhe auf Bankkonten in Hongkong und Südafrika zu überweisen.

  • Als ihr das Geld ausging, fing sie an, Freunde und Bekannte um Kredite zu bitten.

  • Ab 2012 bis zu ihrer Selbstanzeige im Jahr 2015 erhielt sie Kredite von 24 Personen in der Höhe von total rund sieben Millionen Franken .

  • Einen Teil des Geldes verwendete sie entgegen der Vereinbarungen für ihren eigenen Lebensunterhalt.

  • Nun hat sie das Luzerner Kriminalgericht wegen mehrfachen Betrugs verurteilt.

Die 75-jährige Beschuldigte hatte sich im Jahr 2015 selbst angezeigt. Laut der Luzerner Staatsanwaltschaft war die Frau gemäss eigenen Aussagen zuvor mehrere Jahre lang Vorschussbetrügern aufgesessen. Diese hätten sie durch immer neue Forderungen und Geschichten dazu gedrängt, Geld in Millionenhöhe auf Bankkonten in Hongkong und Südafrika zu überweisen.

Als ihr das Geld ausging, fing sie an, Freunde und Bekannte anzupumpen. Ab 2012 bis zu ihrer Selbstanzeige erhielt sie Kredite von 24 Personen in der Höhe von rund sieben Millionen Franken. Das Geld, das sie zumeist in bar erhielt, leitete sie an chinesische und südafrikanische Banken weiter und verbrauchte es zum Teil auch für den eigenen Lebensunterhalt, obwohl dies nicht so vereinbart worden war.

Luzerner Staatsanwaltschaft hatte eine mildere Forderung

Wegen mehrfachen Betruges und Veruntreuung verurteilte das Luzerner Kriminalgericht die Frau nun zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Davon muss sie zehn Monate hinter Gittern absitzen. Für die restlichen 26 Monate wird der 75-Jährigen bei einer Probezeit von zwei Jahren der bedingte Vollzug gewährt. Das Urteil, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, liegt erst im Dispositiv vor und ist nicht rechtskräftig.

Das Gericht ging etwas härter ins Gericht mit der Frau, als es die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Diese hatte zwar ebenfalls drei Jahre teilbedingt gefordert, wollte die Frau aber nur ein halbes Jahr hinter Gittern sehen.

Neben der Freiheitsstrafe muss die Beschuldigte rund 10'000 Franken Verfahrenskosten tragen. Zudem muss sie elf Geschädigten über 3,5 Millionen Franken an Zivilforderungen bezahlen. Die einzelnen Beträge reichen von 6000 Franken bis knapp drei Millionen Franken.

(SDA)

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