Zoel Amberg (22): Luzerner Jungpilot hofft auf die Formel 1
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Zoel Amberg (22)Luzerner Jungpilot hofft auf die Formel 1

Der Luzerner Zoel Amberg startet als einziger Schweizer in der GP2-Serie in Monte Carlo. Sie gilt als Vorstufe der Formel 1. Und genau diese ist Ambergs Ziel.

von
Daniela Gigor
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Zoel Ambergs Ziel ist die Formel 1.

Zoel Ambergs Ziel ist die Formel 1.

sam Bloxham
Bei Autorennen steigt bei Zoel Amberg das Adrenalin an.

Bei Autorennen steigt bei Zoel Amberg das Adrenalin an.

sam Bloxham
Im Jahr 2010 gewann Zoel die Formula Renault 2.0 Middle Europea. Hier ist er in Jerez unterwegs, in der  Formula Renault 3.5.

Im Jahr 2010 gewann Zoel die Formula Renault 2.0 Middle Europea. Hier ist er in Jerez unterwegs, in der Formula Renault 3.5.

Sebastiaan Rozendaal

Das Herz für den Rennsport schlägt bei Zoel Amberg seit jüngsten Kindsbeinen an höher: Ambergs Vater fuhr als Hobby Kartsport. Im zarten Alter von elf Jahren nahm er den Sohn mit und liess ihn Karts steuern. «Sofort wurde ich vom Virus befallen und brachte es nie mehr los. Aus dem Hobby wurde Sport und ich bin meinem Vater heute dankbar, dass ich die Möglichkeit erhalten habe, Rennsport zu betreiben», sagt Amberg auf Anfrage von 20 Minuten.

Auch Buemi fuhr zuerst GP2

In der laufenden Saison ist Amberg seinem grossen Ziel, der Formel 1, ein Stück näher gekommen: Nach Bahrain und Barcelona startet der 22-Jährige am Freitag und Samstag als einziger Schweizer in der GP2-Serie durchs Strassenlabyrinth von Monte Carlo. «In zwei bis drei Jahren möchte ich mein grosses Ziel, in einen Formel-1-Boliden zu steigen, realisieren können.» Vorbilder hat er einige – die GP2 gilt als unmittelbare Vorstufe der Formel 1. In der GP2 fuhren etwa schon Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Nelson Piquet Junior und der Schweizer Sébastien Buemi.

«Monte Carlo ist der pure Wahnsinn»

Doch vorerst konzentriert sich Amberg voll auf Monte Carlo. «Dieser 3,34 Kilometer lange Circuit durch die Innenstadt ist der pure Wahnsinn», sagt Amberg. Im Rennsport dürfe man sich nicht den kleinsten Fehler erlauben, weil dies fatale Folgen haben könnte. Vor allem in Monte Carlo würde ein Fehler sofort damit quittiert, dass der Wagen samt Fahrer in den Leitplanken landen würden. Er ist aber vorbereitet: «Autorennen zu fahren benötigt viele Vorbereitungen im Team und Übungen am Simulator.» Letztere könne man mit denen eines Flugzeugpiloten vergleichen. Auch geistig müssen Rennfahrer fit sein: «Mentaltrainings, Konzentrations- und Ausdauerübungen gehören zu den täglichen Aufgaben.» Bevor Amberg in Monte Carlo in den Rennwagen steigen kann, stehen noch Sitzungen mit allen Fahrern und den Ingenieuren auf dem Programm. Ausserdem muss Amberg die Strecke zu Fuss abschreiten, damit er alle Details der Strecke für das Rennen verinnerlichen kann.

«Keine Zeit für Ausgang»

Weil Amberg auch noch in der Langstrecken-WM aktiv ist, muss er viel in der Welt herumreisen und pendelt quasi zwischen Le Mans, Abu Dhabi, Japan, USA, China, Europa und Luzern hin und her. «Ich habe keine Zeit für Hobbys oder Ausgang wie andere in meinem Alter», sagt Amberg weiter. Dennoch ist er zufrieden: «Durch meine Reisen kann ich viele Erfahrungen mit anderen Kulturen machen.»

Boxenluder haben keine Chance

Auch Boxenluder interessieren Amberg nicht: «Für die Rennen ist ein freier Kopf wichtig. Sobald der Helm auf ist, bin ich eine andere Person und nehme die Frauen gar nicht wahr.» Der junge Rennfahrer ist sich bewusst, dass das Risiko immer mitfährt. Trotzdem ist er der Meinung, dass ein Rennen nicht mehr Risiken berge, als wenn sich ein Automobilist auf die Strasse begibt. Amberg: «Autorennen produzieren Adrenalin und das macht es spannend.» Autorennen sind bekanntlich auch teuer: «Je nach Kategorie kostet eine Saison zwischen 600'000 Franken und 1,5 Millionen», so Amberg. Bisher stand ihm Fortuna auch in dieser Beziehung zur Seite, so dass er bereits auf finanzkräftige Sponsoren zählen kann.

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