Buch zur Rock- und Pop-Geschichte: Luzerner Musiker erhalten eigene «Band-Bibel»
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Buch zur Rock- und Pop-GeschichteLuzerner Musiker erhalten eigene «Band-Bibel»

40 Jahre Rock- und Popgeschichte in einem Buch vereinen: Dies ist der Plan von sechs Luzernern. Mehrere Jahre arbeiten sie schon daran. Ende Jahr soll die Bandbibel erscheinen.

von
gwa

Was es Zürich, Basel und Bern bereits gibt, soll nun auch die Stadt Luzern erhalten: Ein Team von Musikern, Journalisten und Grafikern arbeitet derzeit an einem Verzeichnis von Luzerner Bands. «Rock Pop Luzern – Bands und Musiker von A bis Z» soll der Titel der musikalischen Chronologie lauten. Eingetragen werden sämtliche Bands, die zwischen 1960 und 2000 in Luzern aktiv waren.

«Es soll ein Nachschlagewerk für alle Interessierten werden», sagt Schlagzeuger Pit Furrer (61), der am Projekt mitarbeitet. Beim Blättern des Lexikons sollen alte Hasen in Erinnerungen schwelgen und junge Musikinteressierte etwas über die Geschichte der Szene lernen können. So sind unter anderem Why Blood, Kirk's Patrol, Dead End Cowboys, die Black Mountain Blues Band oder die jungen Mothers Pride verzeichnet.

Dabei enthält das Buch nicht bloss eine Auflistung von Bands, sondern ist gespickt mit Bildern, Diskografien, Tourdaten und Infos zu den einzelnen Musikgruppen. Aktuell sind bereits rund 500 Bands eingetragen, wie das «Kulturmagazin 041» berichtet. Am Ende sollen es bis zu 600 sein. Viel Arbeit für die Initianten: «Die Bands mussten alle erst kontaktiert werden und uns ihr gesammeltes Material zur Verfügung stellen», sagt Furrer. Das Projekt hat die Gruppe im Jahr 2012 gestartet.

«Das muss eine Riesenbüez sein»

Das Team konnte dabei viel eigenes Wissen einsetzen: «Wir haben diese Zeitspanne als Mitglieder der Szene selbst intensiv erlebt. Deshalb waren viele Kontakte bereits vorhanden – auch solche zu Bands, die schon lange nicht mehr Musik machen.» Eingetragen wird aber nicht jede Formation: «Es werden nur Bands und Musiker aufgenommen, die einen gewissen Output haben.» Projekte, die nur für einzelne Konzerte bestanden, werden nicht aufgenommen. Furrer: «Ziel ist es, dass keine Band vergessen geht.» Deshalb rufen die Initianten auch kurz vor dem Abschluss des Projekts Bands aus der Periode 1960 - 2000 dazu auf, sich bei ihnen zu melden.

Auch wenn das Lexikon bald erscheint, ist das Projekt laut Furrer damit noch nicht zwangsläufig beendet. Er hofft, dass in Zukunft irgendwann ein zweiter Band erscheinen wird. An diesem wird er aber nicht mehr mitmachen: «Das Lexikon behandelt die Zeitspanne unserer aktiven, intensiven Jahre in der Szene. Dem nächsten Band sollen sich diejenigen Musiker annehmen, die im Moment gerade aktiv sind und die Szene prägen.»

Dem Luzerner Musiker Tobi Gmür gefällt die Lexikon-Idee sehr gut. Gmür selbst ist mit seiner Band Mothers Pride ebenfalls im Verzeichnis aufgeführt. «Das muss eine Riesenbüez sein, bis all diese Infos zusammengetragen sind. Das ist bewundernswert», sagt er. Gmür freut sich, dass Luzern nun nach anderen Städten auch ein solches Nachschlagewerk erhält. Und mit dem Musiker scheint auch schon ein Nachfolger gefunden zu sein: «Den Band ‹2000 bis 2040› werde ich dann übernehmen – nach der Pensionierung habe ich ja Zeit.»

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