Hacker-Angriff: Luzerner Netze schlecht gesichert
Aktualisiert

Hacker-AngriffLuzerner Netze schlecht gesichert

Nach drei Minuten ist das WLAN-Netz geknackt: 20 Minuten hat einen Luzerner Hacker begleitet – und dabei massive Sicherheitslücken entdeckt.

von
Lena Berger
Der Hacker Mr. Pink in einem Restaurant in Luzern. (Bild: ber)

Der Hacker Mr. Pink in einem Restaurant in Luzern. (Bild: ber)

«Einen Internetzugang zu hacken, ist wie moderne Piraterie: Man entert ein Schiff und übernimmt die Kontrolle», sagt der Mann, der sich Mister Pink nennt. Wir treffen ihn in einem Luzerner Restaurant, wo er demonstriert, wie leicht es ist, auf fremde Netze zuzugreifen – auch wenn sie passwortgeschützt sind. Noch bevor der Kaffee kommt, ist das erste Netz offen. «Rund ein Viertel der Verschlüsselungen ist veraltet», erklärt Pink. Diese könnten mit einer MAC-Sniffer-Software, die im Internet gratis heruntergeladen werden kann, innert Minuten geknackt werden. Für das Hacken der Verschlüsselungsvariante WEP gibt es gar Videoanleitungen auf YouTube. Und selbst moderne Verschlüsselungen wie etwa WPA2 lassen sich oft leicht mit Gratisprogrammen knacken, die Listen von gängigen Passwörtern automatisch ausprobieren. Erlaubt ist dies nicht – Hackern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Aber auch für die Besitzer der Netze kann dieses Eindringen sehr unangenehme Folgen haben. «Wenn ein Hacker etwa kinderpornografisches Material herunterladen würde, könnte schon bald die Polizei vor der Tür stehen», sagt Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei. Grund: Der Datenfluss läuft über die IP-Adresse des Netzbesitzers. «Dann wird der Computer beschlagnahmt und auf illegale Daten durchsucht», so Wigger. Die Polizei empfiehlt deshalb, eine WPA2-Verschlüsselung einzurichten und diese mit langen, möglichst zufälligen Passphrasen zu sichern.

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