Keine Gnade - Luzerner Polizei büsst Italien-Fans wegen Hupens und Fahnenschwingen
Publiziert

Keine GnadeLuzerner Polizei büsst Italien-Fans wegen Hupens und Fahnenschwingen

In der ganzen Schweiz feierten Italien-Fans ausgelassen den Einzug der Squadra Azzurra in den Halbfinal. Die Hupkonzerte wurden von der Polizei mehrheitlich toleriert, nicht so in Luzern.

von
Lukas Hausendorf

Italien-Fans feierten den Sieg der Squadra Azzura über Belgien am späten Freitagabend in der ganzen Schweiz lautstark.

20 Minuten/News-Scout

Darum gehts

  • Der Sieg der Italiener gegen Belgien an der Fussball-Europameisterschaft wurde am Samstagabend auch in der Schweiz vielerorts lautstark gefeiert.

  • Die Luzerner Polizei griff allerdings hart durch gegen Hupkonzerte und fahnenschwingende Fans in Autos.

  • In anderen Städten hielt sich die Polizei im Hintergrund und liess die Tifosi gewähren.

In der ganzen Schweiz feierten Italien-Fans am späten Freitagabend mit Autocorsos ausgelassen und lautstark den Einzug der Squadra Azzurra in den Halbfinal der Fussball-Europameisterschaft. In Luzern griff die Polizei gegen die Hupkonzerte der Tifosi durch.

Im Bereich der Seebrücke hatten sich nach Angaben der Luzerner Polizei nach 23 Uhr rund 650 Fans versammelt, um dem Autocorso zuzujubeln. Die Polizei sperrte in der Folge die Zufahrt von Richtung Landungssteg und zückte das Bussenheft. Mehrere Anzeigen und Ordnungsbussen seien wegen Hupens oder weil Fahnenstangen aus Fahrzeugen gehalten wurden ausgestellt worden. Um 0.40 Uhr hatte sich die Lage dann soweit beruhigt, dass die polizeilichen Massnahmen aufgehoben wurden.

Schon nach Abpfiff der Schweizer Partie wurde eine Person angezeigt, weil sie sich während der Fahrt aus dem Dachfenster gelehnt habe.

Mit ihrem harten Kurs steht die Luzerner Polizei allein auf weiter Flur. In Winterthur feierten zahlreiche Italien-Fans ebenfalls ausgelassen. Am Bahnhof Winterthur tanzte ein Fan sogar auf dem Dach eines Busses, gefährlich nahe an der Oberleitung, wie auf einem Video eines News-Scouts zu sehen ist.

Bussen, wenn überhaupt, nur bei Exzessen

Ein Sprecher der Stadtpolizei Winterthur teilte auf Anfrage mit, die Feierlichkeiten seien «lautstark, aber friedlich» verlaufen. Es sei zu einer vorübergehenden Strassensperrung gekommen und ein Fanmarsch sei durch die Altstadt gezogen. Dass Personen in diesem Zusammenhang gebüsst wurden, sei nicht bekannt, könne aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Auch in Basel, wo es an der Heuwaage ebenfalls zu einem Autocorso kam, das von einer frenetischen Menge angefeuert wurde, hielt sich die Polizei im Hintergrund. «Dass bei Exzessen vereinzelt Bussen ausgesprochen wurden, kann ich nicht ausschliessen», teilte Toprak Yerguz, Sprecher des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements mit. Eine gross angelegte Kontrolle habe es aber nicht gegeben.

Etwas gesehen, etwas gehört?

Schick uns deinen News-Input!

Speichere unseren Kontakt im Messenger deiner Wahl und sende spannende Videos, Fotos und Dokumente schnell und unkompliziert an die 20-Minuten-Redaktion.

Handelt es sich um einen Unfall oder ein anderes Unglück, dann alarmiere bitte zuerst die Rettungskräfte.

Die Verwendung deiner Beiträge durch 20 Minuten ist in unseren AGB geregelt: 20min.ch/agb

Deine Meinung

97 Kommentare