Gegen Diebstahl: Luzerner Polizei soll Lockvogel-Velos einsetzen
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Gegen DiebstahlLuzerner Polizei soll Lockvogel-Velos einsetzen

In Holland rüstet die Polizei Köder-Velos mit GPS aus und schnappt die Diebe, die diese klauen. Jetzt soll auch in Luzern auf diese Methode zur Prävention gesetzt werden.

von
mme
Velos in Luzern: Ein  begehrtes Diebesgut.

Velos in Luzern: Ein begehrtes Diebesgut.

Mario Stübi ist ein gebranntes Kind: Schon mindestens vier Mal wurde ihm ein Velo gestohlen. Jetzt hat er genug: Der Stadtparlamentarier hat namens der SP/Juso-Frakion zusammen mit Korintha Bärtsch (Grüne) beim Stadtrat einen Vorstoss zum Thema «Ärgernis Velodiebstahl: Was können die Behörden dagegen unternehmen?» eingereicht.

Anzahl Diebstähle halbiert – dank GPS

Einen durch die «SonntagsZeitung» inspirierten Vorschlag macht Stübi im Vorstoss gleich selbst: Die Polizei soll es so machen wie in Holland. Dort rüstet die Polizei Lockvogel-Velos mit versteckten Sendern aus. Sobald sie gestohlen werden, nimmt die Polizei mit GPS-Trackern die Spur auf und verfolgt die Diebe. Diese präventive Methode hat sich scheinbar auch unter den holländischen Velodieben herumgesprochen – laut dem Zeitungsbericht hat sich dort die Anzahl Velodiebstähle beinahe halbiert. Ob diese Methode in der Schweiz rechtlich möglich wäre, ist jedoch unklar.

Private allerdings haben GPS schon zur Velosicherung entdeckt: Zunehmend werden Bikes mit GPS-Chips ausgerüstet, zum Teil gar serienmässig ab Werk. Sollten die Köder-Velos aus rechtlichen Gründen nicht durchsetzbar sein, könnte sich Stübi vorstellen, dass die Stadt ihrerseits GPS-Chips für Velos an Private günstig abgibt oder gar verschenkt, um den gleichen Effekt wie in Holland zu erzielen. «Man könnte sich in der Schweiz auch überlegen, die Rechtsgrundlage für den Einsatz solcher Ködervelos der Polizei zu schaffen», sagt er.

«Zur Veloförderung gehört Diebstahlverhinderung»

Stübi sagt zwar, dass «eigentlich jeder Velofahrer selber dafür verantwortlich sein sollte, dass sein Göppel nicht geklaut wird». Dennoch würde er eine gewisse staatliche Intervention der Behörden bei Polizei, Verbänden, Versicherungen oder Händlern begrüssen. «Zur Veloförderung gehören nicht nur etwa gute Velowege und sichere Parkiermöglichkeiten, sondern eben auch das Verhindern von Diebstählen», sagt Stübi.

In Luzern werden pro Tag sieben Velos gestohlen

Er regt zudem weiter an, dass sich die Behörden dafür einsetzen, dass sich möglichst viele Velobesitzer bei www.veloregister.ch beteiligen. Momentan sind dort fast 1000 Velos als gestohlen gemeldet. Das ist allerdings nur ein Bruchteil: Täglich werden in der Schweiz 100 Velos geklaut. Die Versicherungen kostet dies jährlich 60 Millionen Franken. Im Kanton Luzern wurden im letzten Jahr 2618 Velos gestohlen – das entspricht sieben Velos pro Tag. Die Aufklärungsquote betrug gerade einmal 0,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in Luzern 20 Prozent mehr Velos entwendet.

Auch die Versicherungen wollen, dass weniger Velos gestohlen würden. Mischa Vayda, ein Sprecher von Generali, sagt: «Wir begrüssen jede Massnahme, bei der Diebstähle verhindert werden. Dies würde auch zu tieferen Diebstahlprämien für die Kunden führen.»

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