Jerusalema-Challenge Nein Danke: Luzerner Polizei will in Zeiten der Pandemie keine Tänze aufführen
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Jerusalema-Challenge Nein DankeLuzerner Polizei will in Zeiten der Pandemie keine Tänze aufführen

Das Jerusalema-Video der Zuger Polizei hat Millionen begeistert. Auch die Luzerner Polizei lobt zwar dessen «hohe Qualität» und findet es erheiternd. Dennoch erachtet man es in Luzern als unangemessen, wenn Polizisten tanzen, während sich die übrige Bevölkerung im Verzicht üben muss.

von
Martin Messmer

Mit diesem Video nahm die Zuger Polizei an der Jerusalema-Challenge teil.

Video: Zuger Polizei

Darum gehts

  • Die Zuger Polizei landete mit ihrem Tanz-Video zur Jerusalema-Challenge einen Riesenhit.

  • Sie hat unter anderem die Luzerner Polizei nominiert, ebenfalls ein solches Tanz-Video zu produzieren und zu veröffentlichen.

  • Doch die Luzerner Polizei lehnt die Challenge ab. Man sei nicht zur Unterhaltung, sondern für die Sicherheit der Bevölkerung da, heisst es aus Luzern. Und es sei in der Pandemie nicht angebracht, dass Polizisten Tänze aufführen, während die Bevölkerung keine Kontakte pflegen darf.

Das Tanzvideo zur Jerusalema-Challenge der Zuger Polizei ist ein Überhit geworden: Mehr als 18 Millionen Mal wurde es angeklickt. Wie bei solchen Challenges üblich, hat die Zuger Polizei auf Social Media andere Institutionen nominiert, nun ebenfalls ein solches Video zu drehen. Nominiert für die Challenge ist nun etwa die Luzerner Polizei.

Doch in Luzern denkt man nicht daran, ebenfalls ein solches Video zu produzieren. «Wir leben in einer Pandemie und im Lockdown, wo die Bevölkerung dazu angehalten ist, die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Da finden wir es nicht angebracht, wenn die Mitarbeitenden der Luzerner Polizei gleichzeitig tanzen», sagt Christian Bertschi, Kommunikationschef der Luzerner Polizei.

«Diesen Aufwand für ein Tanz-Video betreiben wir nicht»

Das Video der Zuger Polizei findet zwar auch Bertschi «von hoher Qualität» und erheiternd, dennoch sagt er: «Über den Zeitpunkt, an dem es veröffentlicht wurde, kann man geteilter Meinung sein. Das war am gleichen Tag, als der Bundesrat verkündete, die Covid-19-Massnahmen zu verschärfen und zu verlängern.»

Weiter gibt Bertschi zu bedenken, dass man in Luzern auch den Aufwand nicht betreiben würde, um ein solches Video zu produzieren. Auch wenn dies inhouse wie in Zug gemacht werde, bedeute das doch einiges an Arbeit, so Bertschi. «Es braucht schliesslich einen gewissen Qualitätsstandard. Und für ein Tanz-Video möchten wir diesen Aufwand nicht betreiben.»

Die Luzerner Polizei ist nicht zuletzt auch in Zeiten einer Pandemie für die Sicherheit der Bevölkerung zuständig und nicht, um sie zu unterhalten.»

Christian Bertschi, Kommunikationschef Luzerner Polizei

Aus den genannten Gründen also ist es für das Luzerner Korps kein Thema, zum Jerusalema-Song das Tanzbein zu schwingen und sich dabei filmen zu lassen. Die Challenge der Zuger Polizei nimmt die Luzerner Polizei nicht an, stellt Bertschi klar: «Die Luzerner Polizei ist nicht zuletzt auch in Zeiten einer Pandemie für die Sicherheit der Bevölkerung zuständig und nicht, um sie zu unterhalten.»

Zuger Polizei nimmt negative Reaktionen gelassen

Bei der Zuger Polizei hat man neben dem riesigen positiven Echo auch negative Reaktionen erhalten, jedoch nur wenige, so der Zuger Polizeisprecher Frank Kleiner. Zu negativen Reaktionen wie nun jener aus Luzern sagt er: «Das ist völlig legitim, jedes Corps und alle Personen können natürlich eigene Meinungen zu solchen Themen wie zu unserem Video haben.»

«Wir haben vielen Leuten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert»

Kleiner betont indes, dass «unser Kommandant auch viele positive Rückmeldungen von Polizeikorps wie auch von anderen Kantonsregierungen erhalten hat». Die Zuger Polizei würde mit dem Tanz-Video wieder gleich handeln, denn: «Wir haben unser Ziel erreicht, nämlich vielen Leuten in diesen schwierigen Zeiten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.»

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