Suizid in Malters: Luzerner Polizeichef muss vor Gericht
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Suizid in MaltersLuzerner Polizeichef muss vor Gericht

Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Grund ist die Hanf-Razzia, die mit dem Suizid einer Frau geendet hatte.

Mit dieser Videobotschaft wendete sich Regierungsrat Paul Winiker ans Volk. Grund ist die Anklage gegen den Luzerner Polizeikommandanten und den Kripochef.

Der Polizeieinsatz in Malters vom vergangenen März endet für zwei Kaderleute der Luzerner Polizei vor Gericht. Der ausserordentliche Staatsanwalt erhebt Anklage gegen Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann, wie das kantonale Justiz- und Sicherheitsdepartement am Dienstag mitteilte.

Das sei aus der Schlusseinvernahme hervorgegangen, sagte Polizeidirektor Paul Winiker in einer Videobotschaft. Er verwies auf die Unschuldsvermutung.

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«Polizei hat Suizid indirekt verursacht»

Beim umstrittenen Polizeieinsatz im März in Malters hatte sich eine 65-jährige Frau während 17 Stunden in einer Wohnung verschanzt und sich mit Waffengewalt gegen die Aushebung einer Hanfanlage ihres Sohnes gewehrt. Schliesslich stürmte die Polizei die Wohnung. Sie fand die Frau leblos im Badezimmer. Sie hatte sich selbst erschossen. Der Anwalt des Sohnes sagte damals: «Durch ihr Handeln hat die Polizei den Suizid indirekt verursacht.»

Der Sohn der Verstorbenen reichte darauf eine Anzeige gegen die Polizeispitze wegen Amtsmissbrauchs und fahrlässiger Tötung ein. Mit dem Verfahren wurde ein ausserkantonaler Staatsanwalt betraut.

Im September war bekannt geworden, dass die beiden Kaderleute vorläufig keine heiklen Einsätze mehr leiten dürfen. Vor «weitergehenden vorsorglichen Massnahmen» gegen die beiden Angeklagten sieht der Polizeichef laut der Mitteilung ab.

(sda)

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