Aktualisiert 28.03.2014 15:51

Quatschmobil-Bilanz

Luzerner quatschten 1450 Minuten lang

Das gelb-grüne Taxi war heiss begehrt: Die Riklin-Brüder freuen sich über die überwältigende Nachfrage. Auf dem Schwanenplatz zogen die Künstler am Freitagmittag Bilanz.

von
cza

Rund 30 Personen benutzten in den letzten drei Tagen das Quatschmobil. «Wahrscheinlich hätten wir noch mehr Fahrgäste gehabt, wenn wir nicht so oft im Stau gewesen wären», meint Frank Riklin. Er und sein Bruder Patrik haben das Gratis-Taxi im Rahmen des Forschungsprojekts «Stadt auf Achse» der Hochschule Luzern und der Zürcher Hochschule der Künste lanciert. (20minuten berichtete)

Die Riklins sind über die grosse Nachfrage erstaunt: «Wir dachten, es würde überhaupt niemand anrufen, aber wir haben etwa 150 Telefonanrufe beantwortet und zahlreiche gar nicht entgegennehmen können.» In Zahlen drückt sich die Bilanz folgendermassen aus: Sie waren drei Tage unterwegs, haben 227 Kilometer zurückgelegt, 1450 Minuten gequatscht und 20 Aktionen in der Baselstrasse ausgelöst.

Denn das Konzept des Quatschmobils sah vor, dass jeweils nach 10 gefahrenen Kilometern eine Person in der Baselstrasse einen Haarschnitt, ein Pizzastück oder eine Schuhreparatur offeriert bekam. «Das war im Grunde das Herzstück dieses Projekts. Durch das Quatschen kamen fremde Menschen in der Baselstrasse miteinander ins Gespräch», sagt Frank Riklin. So wurden 9 Pizzas, 7 Haarschnitte und 4 Reparaturen erquatscht.

Kulturelle und soziale Stadtentwicklung

Auch der Luzerner Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner war Gast im Quatschmobil: «Es war eine spannende Erfahrung.» Rehsteiner weist darauf hin, dass das Projekt zur sozialen und kulturellen Stadtentwicklung durchaus etwas beitragen könne. «Dass Aktionen in der Baselstrasse ausgelöst wurden, hat auch einen Effekt auf die Identitätsbildung des Quartiers», so der Stadtarchitekt.

Die grosse Frage bleibt: Kann diese künstlerische Intervention der Riklins einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten? Die Konzeptkünstler sind sich diesbezüglich einig: «Man müsste dieses Projekt natürlich länger durchführen, um die Folgen besser abschätzen zu können. Aber wir haben sicherlich etwas ausgelöst.» Auch Rehsteiner würde ein Quatschmobil über längere Zeit durchwegs begrüssen: «Es wäre eine neue Dienstleistung und eine andere Form von Mobilität.»

Die Riklins wollen in 2 bis 3 Wochen einen Kurzfilm zu ihrem Projekt in der Baselstrasse präsentieren. Erste Eindrücke sind bereits hier einsehbar.

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