Food-Save-Projekt: Luzerner sagen Foodwaste den Kampf an
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Food-Save-ProjektLuzerner sagen Foodwaste den Kampf an

Mit dem Projekt «Food Save Luzern» will ein Verein der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen. Auch an der Luga ist Foodwaste dieses Jahr präsent.

von
gwa
Soll gefüllt werden: Kai Vogel und Nadine Schweiger vom Neugarten wollen mit dem öffentlichen Kühlschrank Foodwaste mindern.

Soll gefüllt werden: Kai Vogel und Nadine Schweiger vom Neugarten wollen mit dem öffentlichen Kühlschrank Foodwaste mindern.

Im Luzerner Kulturbetrieb Neubad steht seit kurzem ein öffentlicher Kühlschrank. Aufgestellt hat ihn der Verein Neugarten, das Urban Gardening Projekt im Neubad. Die Idee: «Wir stellen im Kühlschrank Obst und Gemüse gratis zur Verfügung, das im Detailhandel nicht mehr verkauft werden kann», sagt Nadine Schweiger (24), die das Projekt «Food Save Luzern» mitgegründet hat. «Wir wollen mit dem Projekt auf die massive Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, die es in der Schweiz gibt», sagt Schweiger. Rund ein Drittel der Lebensmittel würden jedes Jahr weggeworfen – im Kanton Luzern sind das rund 10'000 Tonnen jährlich. Mit dem Kühlschrank wolle man eine konkrete Handlungsmöglichkeit bieten, um dem Problem beizukommen. Finanziert wurde er aus der Vereinskasse.

Die Idee: Freiwillige klappern in regelmässigen Abständen die Lebensmittelgeschäfte in der Nähe des Neubad ab. Dort sammeln sie Gemüse und Früchte ein, die ein Laden nicht mehr anbieten kann – etwa weil sie nicht mehr so schön aussehen oder auch weil die Esswaren deformiert sind. «Statt im Müll landen die Esswaren dann bei uns im Kühlschrank, wo sie jeder und jede herausnehmen kann», sagt Kai Vogel (40), der ebenfalls am Projekt mitarbeitet. Einen ersten Unterstützer – den Bioladen «s'Gänterli» – haben sie bereits gefunden, weitere sollen noch folgen. «Food Save Luzern» setzt explizit auf kleinere Läden in der näheren Umgebung. «Bei Grossverteilern ist sowas national geregelt», so Vogel. Dort seien Ausnahmen schwieriger.

Foodwaste auch an der Luga grosses Thema

Für das Projekt standen die Initianten auch in Kontakt mit der kantonalen Lebensmittelkontrolle. Denn: Will man Esswaren abgeben, gilt es Regeln zu beachten. «Die Temperatur des Kühlschranks muss etwa konstant bleiben», sagt Schweiger. Auch seien – wie bei Lebensmittelläden üblich – Hygienekontrollen nötig. Wegen der Anforderungen gibt es im Kühlschrank etwa auch keine tierischen Produkte.

Damit das Projekt möglichst erfolgreich wird, stehe man auch in Kontakt mit Foodwaste-Projekten in anderen Landesteilen – so etwa mit der «Restessbar» in Winterthur oder «Äss-Bar» in Zürich und Bern: «Wir können gegenseitig vom Know-how profitieren», sagt Vogel.

Mit dem Projekt ist der Neugarten auch an der Luga vor Ort: Diese widmet dem Thema Foodwaste dieses Jahr eine Sonderschau. Von der richtigen Lagerung über Menüplanung bis hin zur Resteverwertung sollen dort Luga-Besucher Diverses über Lebensmittel lernen. Die Ausstellung wird von der Plattform foodwaste.ch in Zusammenarbeit mit dem Kanton Luzern organisiert. Dabei soll die Sonderschau nicht nur Tipps gegen die Lebensmittelverschwendung geben – die Besucher sollen das Thema gleich beim Messebesuch verinnerlichen: Messebesucher, die ihre Teller nicht leer essen mögen, können die Resten in einer Luga-Food-Box mit nach Hause nehmen. Die Luga auf der Luzerner Allmend beginnt am 24. April und dauert bis am 3. Mai.

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