Freunde und Störenfriede: Luzerner schreibt über Wildtiere in der Stadt
Aktualisiert

Freunde und StörenfriedeLuzerner schreibt über Wildtiere in der Stadt

In der Stadt Luzern leben seltene Wildtierarten. Ein neues Buch stellt sie vor und gibt nützliche Tipps.

von
Daniela Gigor
Sebastian Meyer vor dem Zeughaus. Auch Dolen gefällts in Luzern.

Sebastian Meyer vor dem Zeughaus. Auch Dolen gefällts in Luzern.

«In Luzern leben verschiedene Tierarten, die in Europa nicht häufig vorkommen», sagt der 40-jährige Zoologe Sebastian Meyer. Er arbeitet als Projektleiter Natur- und Landschaftsschutz beim Umweltschutz Stadt Luzern und ist Mitautor des Buches «Wildtiere – Hausfreunde und Störenfriede». «So finden Mauersegler etwa Unterschlupf im Alten Zeughaus. Sie nutzen Spalten mit Hohlraum, die unter dem Dach vorkommen», sagt Meyer. Die seltene, in der Schweiz vorkommende Dohlen-Kolonie haust in der Museggmauer und Breitflügelfledermäuse sind in der Pauluskirche zu finden. Meyer: «Ein Waldkauz taucht jeden Winter in einer Säulenpappel in Tribschenbad auf.»

Das Buch, das im Öko-Forum zum reduzierten Preis von 35 Franken erhältlich ist, beschreibt auch Wildtiere, die es sich in Privathäusern gemütlich machen. Sie können als Freunde oder Störenfriede betrachtet werden. Während der Igel im Garten als herzig gilt, freut sich kaum einer über das Wespennest auf dem Dachstock. «Das Buch soll helfen, Ängste abzubauen, und die ­Leser animieren, die Tiere zu beobachten», so Meyer.

Wo es Sinn macht, werden bei Um- oder Neubauten in ­Luzern auch Vorschriften gemacht: «So erhielt etwa die Überbauung Gütschhöhe die Auflage, dass Mauersegler und Fledermäuse wieder Unterschlupf finden müssen», sagt Meyer.

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