Experiment: Luzerner Studenten schicken Froscheier ins All
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ExperimentLuzerner Studenten schicken Froscheier ins All

Für ein Experiment werden Froscheier in den Weltraum befördert. Dadurch könnte das Leben von älteren und bettlägrigen Patienten verbessert werden.

von
jak

Das CEMIOS-Projekt der Hochschule Luzern kommt nach vielen überwundenen Hürden in die entscheidende Phase: Am 7. März reist eine Delegation von Studenten aus Luzern nach Kiruna in Schweden. Von dort soll am 14. März eine Rakete für einen Kurztrip ins All starten. Mit an Bord: eine Ladung Froscheier.

Nur knapp zwei Minuten Schwerelosigkeit

Auf diesen Moment haben neun Studierende der Hochschule fast zwei Jahre hingearbeitet. Sie erhoffen sich Erkenntnisse über Mechanismen bestimmter Proteine. Dazu senden sie Eier des südafrikanischen Krallenfrosches ins All. Diese gelten als robust und gut manipulierbar.

Zunächst galt es aber, das geplante Experiment weltraumtauglich zu gestalten. «Es musste viele Tests bestehen», sagt Projektleiter Simon Wüest. «So haben wir beispielsweise einen Rütteltest durchgeführt, um nachzuweisen, dass die unbefruchteten Froscheier den Flug in der Rakete möglichst unbeschadet überstehen.»

Der Flug mit der Rakete dauert rund zehn Minuten. Die Messzeit ist jedoch viel kürzer. Wüest: «Die Rakete wird nur knapp zwei Minuten schwerelos sein. In dieser Zeit müssen wir den Ionenstrom messen können.» Danach soll der Flugkörper aus einer Höhe von rund 80 Kilometern mit einem Fallschirm zur Erde zurückkehren.

Die Reise nach Kiruna und der Flug ins All können auch in einem Blog der CEMIOS mitverfolgt werden.

Neue Ansätze in der Medizin schaffen

Mit dem Experiment CEMIOS wollen die Studierenden die Symptome, an denen ältere und bettlägrige Patienten häufig leiden, besser verstehen. Wie Raumfahrer leiden auch sie an Muskelschwund oder einer Verringerung der Knochendichte. Bei Astronauten kann ein solcher Muskelabbau wegen der Schwerelosigkeit schon innerhalb von ein paar Tagen eintreten. Hier erhoffen sich die Luzerner Jung-Forscher neue Erkenntnisse. Denn: «Der effektive Mechanismus, wie die Zelle die Kräfte von aussen wahrnimmt, ist noch nicht vollständig verstanden», so Wüest.

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