Aktualisiert 03.11.2009 17:10

«Amökelige» HaltungLuzerner SVP gegen Amok-Prävention

Der Luzerner Kantonsrat möchte, dass die Behörden bestmöglich auf einen allfälligen Amoklauf eines Schülers vorbereitet sind. Einzig die SVP ist gegen eine derartig Amok-Prävention.

Der Luzerner Kantonsrat hat ein Postulat von Adrian Schmassmann (CVP) grossmehrheitlich überwiesen, welches den Behörden ermöglichen soll, sich besser auf einen allfälligen Amoklauf eines Schülers vorzubereiten.

Gegen den Vorstoss, der präventive Massnahmen zur Diskussion stellte, votierte einzig die SVP. Der Staat könne nicht alles machen, begründete der Fraktionssprecher das Nein. Auch mit noch so viel Geld liessen sich Amokläufe nicht ganz verhindern. Besser sei es, die Eltern in die Pflicht zu nehmen.

Bei den anderen Fraktionen kam dies schlecht an. Die sture Haltung der SVP bei solchen Themen habe etwas «amökeliges», sagte eine Sprecherin der SP. Die Kinder dürften bei Problemen nicht allein gelassen werden. Hier stehe die Gesellschaft in der Pflicht. Falsch sei es, wenn Betreuungsangebote an den Schulen dem Sparen zum Opfer fielen.

Justiz- und Sicherheitsdirektorin Yvonne Schärli sprach dem Parlament angesichts der teils hitzigen Voten ins Gewissen. Amokläufe seien kein Schwarz-Weiss-Thema.

Richtig sei, dass solche Gewalttaten nicht vollständig verhindert werden könnten. Es gehe darum, die Risiken zu minimieren. Für die Polizei sei es ein Dauerauftrag, bestmögliche Vorkehrungen zu treffen, sagte Schärli.

Die Regierungsrätin warnte auch vor einer Skandalisierung. Um mögliche Nachahmer nicht zu ermutigen, verzichte der Kanton Luzern auf entsprechende Notfallübungen an den Schulen. Wichtig sei, dass die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und der Polizei funktioniere.

(sda)

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